"Gib doch mal bitte dein Passwort"

Netflix, Prime und Co.: Millionenverluste durch Account-Schnorrer

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Den verschiedenen Streaming-Portalen entgehen laut einer aktuellen Studie zig Millionen Dollar pro Monat, weil zahlreiche User den Service zwar nutzen, aber nicht dafür bezahlen. Besonders häufig "leiht" sich übrigens die sogenannte Millennial-Generation die Zugangsdaten von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern.

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Würden, rein hypothetisch, alle Netflix-User einen eigenen Single-Account nutzen, hätte der beliebte Streaming-Dienst einige Millionen mehr auf dem Konto.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Würden, rein hypothetisch, alle Netflix-User einen eigenen Single-Account nutzen, hätte der beliebte Streaming-Dienst einige Millionen mehr auf dem Konto.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Wer von euch schaut gern Filme und Serien auf Netflix oder auch über Amazon Prime? Und wer nutzt dafür einen Account, für den jemand anderes bezahlt? Mindestens jeder Fünfte, zumindest wenn es nach der neusten Studie der Markt- und Meinungsforscher des US-amerikanischen Unternehmens CordCutting geht. Demnach nutzen die meisten 'Account-Schnorrer' die Zugangsdaten der Eltern (immerhin rund 48 Prozent), weitere 14 Prozent die der Geschwister. Das Ganze ist grundsätzlich natürlich nicht verboten, doch entgehen den Streaming-Diensten so zig Millionen Dollar, wenn zwar diverse Leute den Account nutzen, doch nur einer dafür bezahlt.

Das Rechenexempel der Forscher am Beispiel von Netflix ist einfach: bei vermuteten 24 Millionen Nutzern, die nicht für den Service bezahlen, und einem Preis von 7,99 Dollar pro Monat, verliert der Streaming-Dienst rund 192 Millionen Dollar pro Monat – und satte 2,3 Milliarden pro Jahr. Doch Netflix steht damit nicht alleine dar, denn auch die Konkurrenten Amazon Prime und Hulu sind von dieser recht speziellen Form der 'Streaming-Piraterie' betroffen. Diese Zahlen sind natürlich nur rein spekulativ, doch da Netflix bekanntlich auch eigene Inhalte produziert, stellt sich die Frage, was es für diese Produktionen bedeuten würde, wenn diese fiktiven Gelder tatsächlich verfügbar wären.

Millennials schauen viel und bezahlen wenig

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Geht es nach der Studie von CordCutting, gehören die meisten der Netflix-'Account-Schnorrer' der Generation der sogenannten Millennials an.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Geht es nach der Studie von CordCutting, gehören die meisten der Netflix-'Account-Schnorrer' der Generation der sogenannten Millennials an.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Die Markforscher von CordCutting haben außerdem untersucht, welche Generation sich am häufigsten Filme und Serien mit dem Account einer anderen Person anschaut. Wenig überraschend gehen dabei die sogenannten Millennials als Sieger hervor. Dabei handelt es sich um den auch Generation Y genannten Jahrgang, der zwischen den frühen 1980er- und späten 1990er-Jahren geboren wurde. Allein bei Netflix macht diese Generation immerhin über 18 Prozent der "Mitgucker" aus, während beispielsweise die Generation X (geboren bis zum Jahre 1980) nicht mal auf die Hälfte kommt.

Bei Amazon Prime sind es hingegen die sogenannten 'Boomers' (Geburtsjahr bis 1965), die sich gerne Filme und Serien anschauen, für die andere bezahlen - immerhin knapp 20 Prozent. Ein interessanter und nicht ganz ernst gemeinter Sidefact: Die Auswahl von Amazon Prime scheint demnach also eher ein etwas älteres Publikum anzusprechen. Doch auch bei Prime sind Millennials mit fast 18 Prozent omnipräsent, was aber auch daran liegen könnte, dass diese Generation schlicht und einfach die breiteste Masse bildet.

Die Zahlungsbereitschaft ist trotzdem vorhanden

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Ein Großteil der Befragten gab an, dass sie auf jeden Fall für den Streaming-Dienst ihrer Wahl bezahlen würden, sobald sie den Zugang zu dem bisherigen Account verlieren würden.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Eine Grafik aus der Umfrage von CordCutting.

Ein Großteil der Befragten gab an, dass sie auf jeden Fall für den Streaming-Dienst ihrer Wahl bezahlen würden, sobald sie den Zugang zu dem bisherigen Account verlieren würden.  

Quelle: (Screenshot)  CordCutting 

Im Rahmen der durch CordCutting durchgeführten Umfrage gab ein Großteil der Befragten an, dass sie für den jeweiligen Streaming-Service zahlen würden, falls sie den Zugriff auf den bis dahin kostenlos genutzten Account - aus welchen Gründen auch immer - verlieren würden. Und auch hier ist wieder ein interessanter Unterschied zu erkennen: während mehr als 59 Prozent bereit wären, für einen Netflix-Account zu zahlen, erklärten sich nur etwas mehr als 27 Prozent bereit, Geld an Amazon zu überweisen. Würde es bei dieser Studie um die Beliebtheit der Streaming-Dienste gehen, hätte Netflix also klar die Nase vorn.

Alles in allem lässt sich also mit Fug und Recht behaupten, dass es zahlreiche Account-Schnorrer gibt. Allerdings bezieht sich diese doch recht hypothetische Studie dabei auch nur auf die Accounts, die ausschließlich auf nur einen Nutzer angemeldet sind. Die meisten - wie sicherlich auch viele unter euch - nutzen hingegen einen Account mit vier anderen Parteien zusammen und teilen sich so die Kosten. Nichtsdestotrotz gewährt die Umfrage einen interessanten Blick auf das Denken und Handeln der verschiedenen Streaming-Nutzer, zumal sich diese Zahlen sicherlich auch gut auf Deutschland übertragen lassen würden.

Zu welcher Art von Nutzern gehört ihr? Nutzt ihr euren Streaming-Account mit euren Verwandten oder Bekannten zusammen, oder schaut ihr gratis bei anderen mit?

Quelle: CordCutting

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