Versuch Nummer 3 unter neuer Flagge

Neue Ausrichtung: Spotify wirft Video-Streaming-Pläne über Bord

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Spotify hat sich auf der Suche nach neuen Einnahmequellen erst einmal davon verabschiedet, eigene TV-Shows, Video-Formate und Produktionen von namhaften Studios anzubieten. Dies geht aus einem Bloomberg-Bericht hervor, der sich auf Aussagen von Insidern bezieht.

Der Streaming-Dienst Spotify wirft bereits zum dritten Mal seine Pläne über Bord, neben Musiktiteln, Hörbüchern und exklusiven Podcasts weitere Multimedia-Angebote in seinen Unterhaltungskatalog einzubinden.

Spotify zählt als Marktführer zu den erfolgreichsten Anbietern dieser Branche, muss sich aber dennoch immer wieder neu erfinden, um ein Business-Modell auf die Beine zu stellen, das sich als dauerhaft rentabel herausstellt. Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich allerdings auch auf die Nutzerbasis zurückführen: Mehr als die Hälfte der Spotify-User beziehen Songs, Alben und Playlists über die kostenlose Variante des Dienstes und nehmen die Werbeunterbrechungen in Kauf.

Während sich Werbeeinnahmen im Bereich des Video-Streamings als immer rentabler herausstellen, bezieht Spotify nur zehn Prozent seiner Einnahmen aus dem werbefinanzierten Pool der Music-Ads. Vor allem Facebook und Google investierten demnach in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Betrag in den Ausbau von Video-Streaming, weil sich dieser Werbemarkt rasant entwickelt. Auch Spotify hat die Zeichen erkannt, konnte bislang allerdings nicht auf den Zug aufspringen.

Neues Media-Konzept für experimentelle Eigenproduktionen?

Die zukünftige Ausrichtung ist nach Aussage der Insider nun zunächst offen. Mit Courtney Holt wurde eine versierte Medienexpertin in die Position des 'Head of Video and Podcast' bei Spotify gehoben, die bereits im Vorfeld bei großen Musik-Labels, Media-Unternehmen und Video-on-Demand-Anbietern arbeitete und sich nun an die Konzeptionierung eines neuen Formats mit dem Namen 'Spotlight' machen darf.

Im ersten Anlauf startete der Musik-Streaming-Anbieter den Versuch, mit namhaften Produktionsfirmen wie Walt Disney zusammenzuarbeiten, bevor sich Spotify in der Folge darauf verständigte, auf eine Handvoll eigener Videoproduktionen zu setzen. Beide Versuche scheiterten oder konnten nicht die Aufmerksamkeit erzeugen, die es benötigt hätte, um die Strategien fortzuführen.

Es bleibt abzuwarten, ob Holt den Spotify-Nutzern in Zukunft ein Multimediakonzept präsentiert, das sowohl User abholt als auch Spotify den Gewinn verspricht, den sich das Unternehmen erhofft. Bestenfalls können wir bald Eigenproduktionen aus der Spotify-Schmiede erwarten, die uns musikalisch einiges zu bieten haben.

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