Akademiker veröffentlichen Reformationspapier

Neun Empfehlungen für ein besseres Facebook

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von Julius Zunker -

Facebook befindet sich stetig im Wandel. Oftmals sind Veränderungen so wenig nachvollziehbar wie die Sperrung eines aus dem Kontext gerissenen Posts. Ein Kreis von britischen Akademikern hat nun einen Text veröffentlicht, der sich an Marc Zuckerberg und sein Unternehmen richtet. In ihm machen sie konkrete Vorschläge, wie Facebook möglicherweise zu reformieren ist.

Spätestens nach dem Skandaljahr 2018 kann es mit Facebook nicht mehr so weitergehen. Sogar Marc Zuckerberg persönlich scheint dies in seinen "guten Vorsätzen" für 2019 klar geworden zu sein. Ganz konkret trägt nun ein Kreis von Universitätskräften rund um den Historiker und Schriftsteller Timothy Garton Ash ihren eigenen Katalog an Empfehlungen zur Reformation von Facebook vor. Unter dem Titel 'Glasnost! Nine Ways Facebook Can Make Itself a Better Forum for Free Speech and Democracy' (Glasnost! Neun Wege, wie sich Facebook zu einem besseren Forum für freie Rede und Demokratie wandeln kann) geben sie deutliche Tipps.

9 Thesen an Facebooks Pforte

Unbestreitbar hat Facebook schon vor Jahren eine Größe erreicht, die das Netzwerk zu einem globalen Meinungsmacher werden ließ. Jede Entscheidung, die die Führungsriege um Zuckerberg trifft, hat in irgendeiner Art und Weise Auswirkungen auf alle im Netzwerk - und somit im wahrsten Sinne des Wortes globalen Einschlag. "Eine einzelne, kleine Änderung im News-Algorithmus kann stärkeren Einfluss haben […] als jede Entscheidung einer EU-Gesetzgebung," so Ash.

In ihrem Text haben Ash und seine Co-Autoren 9 zentrale Positionen herausgestellt. Unter anderem empfehlen sie einen genaueren Blick auf Hass-Rede. Hier müssen sich die Standards auf eine engere Wortwahl konzentrieren, um besser zu filtern und weniger aus dem Kontext gerissene Sperren zu erzeugen. Im nächsten Punkt empfehlen sie generell mehr Mitarbeiter damit zu beschäftigen Inhalte genauer unter die Lupe zu nehmen, die wiederum von erfahrenen Mitarbeitern mit "relevanter kultureller und politischer Expertise" geleitet werden.

Kontext ist König

Eine einzelne, kleine Änderung im News-Algorithmus kann stärkeren Einfluss haben […] als jede Entscheidung einer EU-Gesetzgebung.

Timothy Garton Ash

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Empfehlung Entscheidungen transparent zu fällen. Im Idealfall würde Facebook sogar noch die eigens dazu herangezogenen Studien veröffentlichen, um den Nutzern maximalen Überblick zu gewähren. Nicht minder wichtig ist ihr Rat, wenn Inhalte unter die Lupe genommen werden - da sie eventuell gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen -, dem Reviewer mehr Informationen zum Poster an die Hand zu geben. Konkret führen sie an, dass das Bild eines Konzentrationslagers, gepostet durch einen Neo-Nazi, einen anderen Kontext habe, als wenn es von einem Überlebenden online gestellt würde.

In den weiteren Punkten dreht es sich um Kontrolle über den eigenen News-Feed, externe Berater und die Überprüfung von Inhalten auf Richtigkeit. Das Team um Ash sieht ihr Reformations-Papier nicht als Kritik an Facebook an. Sie betonen extra, dass sie der festen Überzeugung sind, dass alle Mitarbeiter bei Facebook gute Arbeit leisten. Dennoch sind sie der Meinung, dass diese Aufgaben noch besser zu erfüllen sind.

Quelle: techcrunch.com

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