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No More Ransom: Initiative gegen Erpresser-Trojaner gestartet

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

"No More Ransom" heißt die Initiative, mit der Kaspersky Lab und Intel Security gemeinsam mit der niederländischen Polizei fiesen Ransomware-Entwicklern den Kampf ansagen wollen. Für Interessierte wie Geschädigte stellen die Initiatoren auf ihrem neuen Portal Informationen und hilfreiche Tools bereit.

Ransomware ist derzeit so verbreitet wie nie zuvor. Innerhalb des letzten Jahres, so schreibt das IT-Unternehmen Kaspersky Lab in einer Pressemitteilung, sei die Zahl der Opfer der perfiden Erpresser-Trojaner von 131.000 auf 718.000 angestiegen - das ist eine Steigerung von 550 Prozent. Selbiges IT-Unternehmen hat sich deshalb mit Intel Security und der niederländischen Polizei zusammengetan, um das Projekt "No More Ransom" ins Leben zu rufen.

Entwickler stellen nützliche Tools bereit

Auf der seit gestern für jeden zugänglichen Webseite haben die Initiatoren allerhand Wissenswertes über die Malware zusammengetragen, die Rechner, Smartphones und sogar Smart-TVs komplett lahmlegen und nach Eingang einer Lösegeldsumme - im glücklichsten Fall - wieder freigeben kann.

"Opfer von Ransomware sollten das geforderte Lösegeld niemals zahlen. Denn eine Zahlung unterstützt das Geschäftsmodell der Cyberkriminellen."

Kaspersky Lab

Außerdem stellen die Entwickler zum Start ihrer Seite vier Entschlüsselungs-Tools zur Verfügung, mit denen sich nach einer Infizierung verschlüsselte Daten wieder herstellen lassen sollen. Unter anderem soll sich die berüchtigte Ransomware "Shade" damit unschädlich machen lassen. Über einen Link zu Europol hat der Nutzer zudem die Möglichkeit, gleich über das Portal gegen die Verbrecher Anzeige zu erstatten.

"Untergrundökonomie" nicht länger fördern

Jornt van der Wiel, Sicherheits-Forscher bei Kaspersky Lab, rät im Falle einer Infizierung zu besonnenem Handeln: "Das größte Problem hinsichtlich Krypto-Malware ist heutzutage, dass Nutzer, bei denen wertvolle Daten gesperrt wurden, bereitwillig den Cyberkriminellen Geld bezahlen, damit sie die Daten wieder bekommen. Das fördert die Untergrundökonomie." Das Ergebnis sei eine immer weiter ansteigende Zahl an Angreifern.

Das Portal ist laut den Initiatoren ausdrücklich als nicht-kommerzielle Initiative entstanden, mit dem Ziel, öffentliche und private Institute zusammen zu bringen. Weitere Partnerkooperationen seien ausdrücklich erwünscht.

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