Updates sind wichtiger als teurer Virenschutz

Nur jeder Dritte hält sein System aktuell: BSI-Umfrage zum Safer Internet Day

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Pünktlich zum Safer Internet Day hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Ergebnisse einer Umfrage unter deutschen Usern zum Thema 'Sicherheit im Internet' veröffentlicht. Die Erkenntnisse daraus: Wenig vielversprechend.

Jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats feiert die EU den Safer Internet Day (SID) und ruft damit für mehr Vorsicht im Web auf. Auch heute ist es wieder so weit: Zahlreiche Institutionen, Webseitenanbieter und sonstige Medienvertreter weisen geballt auf die Gefahren des unbedachten Surfens hin und geben Tipps zur Prävention. Und auch wenn viele es sicher nicht mehr hören können: Sie tun das zu Recht.

Deutsche Nutzer unsicher bei Cyber-Sicherheit

Denn eine pünktlich zum SID veröffentlichte BSI-Umfrage zum Thema Sicherheit unter deutschen Internet-Nutzern im Internet macht recht anschaulich deutlich: Jeder ist online, aber nur ein Bruchteil macht sich die richtigen Gedanken an der richtigen Stelle:

Viele Nutzer wiegt das Vorhandensein von Antiviren-Programmen und Firewall in trügersicher Sicherheit. Zeitnahe, regelmäßige Updates werden als weniger wichtig eingestuft.

Quelle:  BSI 

Viele Nutzer wiegt das Vorhandensein von Antiviren-Programmen und Firewall in trügersicher Sicherheit. Zeitnahe, regelmäßige Updates werden als weniger wichtig eingestuft.  

Quelle:  BSI 

Die Fehlallokation der Prioritäten wird besonders deutlich bei der Fragestellung: "Wie schützen Sie sich vor Gefahren im Internet?" Kaum ein Sicherheitsforscher (abgesehen von denen, die für eine Antiviren-Firma arbeiten), würde das Vorhandensein eines Antiviren-Programms als wichtigstes Kriterium für sicheres Surfen angeben. Zwar ist eine solche Software sicher sinnvoll (oder doch nicht? Eine lesenswerte Abhandlung zum Thema 'Schlangenöl' hat das IT-Magazin 'Golem' verfasst). Die sofortige Installation von Updates, zum Beispiel für Browser, Plugins und Betriebssystem, ist aber laut gängiger Expertenmeinung weitaus wichtiger - in der Umfrage sehen das jedoch nur 37 Prozent so. Die Nutzung sicherer Passwörter, wohl der Sicherheitsgurt schlechthin im Netz, ist nur für 28 Prozent das Mittel der Wahl.

Kaum Bedenken bei Social Media und Smart Home

Wenig überraschend: Wenn es ums Geld geht, möchten Nutzer auf der sicheren Seite sein. 71 Prozent geben an, dass ihnen Sicherheit beim Online-Banking besonders wichtig ist. Lediglich elf Prozent allerdings (siehe Quelle, in der Grafik oben nicht enthalten) legen Wert auf Sicherheit in sozialen Netzwerken. Nicht zuletzt die immer häufiger auftretenden und oft tragisch endenden Erpressungen und Cybermobbing-Vorfälle zeigen, dass man sich gerade auf Facebook und Co. ausführlich mit den Privatsphäre- und Datenschutzeinstellungen auseinandersetzen und lieber einmal mehr über das Posten eines privaten Bildes nachdenken sollte. Gerade dann, wenn der Browser nicht aktuell und das neueste Windows-Update noch nicht installiert ist.

Stutzig macht auch, dass vernetzte Heimgeräte annähernd Narrenfreiheit bei deren Nutzern genießen. Sicher: Amazon Echo und Google Home sind fantastische Alltagshelfer, und die Hersteller versprechen natürlich die höchsten Sicherheitsstandards. Warum Letzteres für Nutzer aber bei Geräten, die buchstäblich entwickelt wurden, um uns zuzuhören und zu verstehen regelrecht unwichtig ist (96 Prozent!), ist rätselhaft. Vor diesem Hintergrund ist nur zu hoffen, dass der SID auch im nächsten Jahr stattfindet. Nach dem bisherigen Schema dürfte dies der 05.02.2019 sein.

Quelle: BSI

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