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Wie ihr euch selbst die Grube grabt

Online-Sicherheit der Deutschen: Ansprüche hoch, Nutzung unbedarft

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Obwohl wir hierzulande unsere Privatsphäre als hohes Gut begreifen und sich viele beispielsweise gegen den Einsatz von Bundestrojanern aussprechen, scheinen wir unsere Gewohnheiten als Anwender jedoch nicht ändern zu wollen. Eine GfK-Studie zeigt, wie sorglos wir im Internet mit unseren Daten umgehen.

Im Auftrag von Qwant Deutschland, einem Suchmaschinenanbieter, hat das GfK Marktforschungsinstitut 500 Männer und Frauen ab 14 Jahren kürzlich zu ihrem Verhalten im Internet beziehungsweise zum Umgang mit Suchmaschinen befragt. Einig sind sich die Befragten größtenteils in puncto Privatsphäre: Vier von fünf Befragten, genauer gesagt satte 82 Prozent, möchten die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. 70 Prozent bewegen sich am liebsten anonym im Netz. Da verwundert es nicht, dass über die Hälfte der Teilnehmer (54 Prozent) es bedenklich findet, wenn das eigene Suchverhalten möglicherweise Dritten mitgeteilt wird.

Grundsätzlich ist man also besorgt. Seltsam ist nur, dass diese Haltung sich nicht im eigenen Nutzungsverhalten widerzuspiegeln scheint. Es existiert eine Informationslücke darüber, was mit den User-Daten passiert und vor allem für welchen Zweck. So fühlen sich die Deutschen nur wenig im Internet beobachtet oder sogar verfolgt (22 Prozent). Zugleich nutzt über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) ihre Suchmaschine bedenkenlos als Quelle auch für sensible Informationen.

Infografik zur Studie Datenschutz im Internet der GfK eBUS

GfK eBUS, "Datenschutz im Internet", Juni/Juli 2017, n=500 Männer und Frauen ab 14 Jahre.

Quelle: (Pressekit)  Qwant Deutschland 

Infografik zur Studie Datenschutz im Internet der GfK eBUS

GfK eBUS, "Datenschutz im Internet", Juni/Juli 2017, n=500 Männer und Frauen ab 14 Jahre.  

Quelle: (Pressekit)  Qwant Deutschland 

Ein Ergebnis, das vor dem Hintergrund von Wikileaks und NSA-Skandalen auch Nico Bödeker, General Country Manager von Qwant in Deutschland, verwundert: "Wir waren überrascht, dass vielen Nutzern nicht bewusst ist, wieviel sie bereits bei der Suchanfrage von sich preisgeben. Geht es um den Schutz privater Daten, denken viele an Bank- oder Kreditkartendaten. Dass Informationen wie sexuelle Präferenzen, Gesundheitsfragen oder politische Einstellungen ebenfalls vor dem Zugriff Dritter geschützt werden sollten, scheint vielen nicht klar zu sein.“

Inkognito-Modi und alternative Suchmaschinen nutzen

Wer sich dafür entscheidet, aktiv etwas für die eigene Privatsphäre und den Schutz sensibler Informationen tun zu wollen, sollte sich zunächst die verwendete Suchmaschine und den Browser genauer anschauen.

Im Chrome-Browser steht euch im Einstellungsmenü der Wechsel zum "Inkognito-Modus" zur Verfügung und auch Firefox bietet das Öffnen eines "Privaten Fensters" an. Solche Optionen benutzen bereits 59 Prozent der Befragten hin und wieder, um anonym zu surfen.

In einem Zeitalter von "mobile first", also der Präferenz des Smartphones gegenüber dem PC, sollte die Sicherheit bei Android- und iOS-Browsern jedoch nicht vernachlässigt werden. Neben Firefox Klar bietet sich unter anderem das VPN-Tool 'Aloha' an, um die eigene Identität im Netz auch beim Surfen via Handy zu schützen. Zusätzlich gibt es Google-Alternativen, die weniger als Datenkrake fungieren, beispielsweise der Suchmaschinenanbieter Duck Duck Go, der keine Daten trackt. Einem Wechsel zu einem neuen Anbieter dürfte eigentlich nichts entgegen stehen: 75 Prozent der Befragt gaben im Rahmen der Studie an, den Anbieter wechseln zu wollen, wenn der Neue ihre Daten besser schützt.

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