Schlecht im Job wegen digitaler Reizüberflutung

Paradox: Digital Natives am meisten von digitalem Stress geplagt

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Millennials stresst der digitale Büroalltag mehr als alle anderen Altersgruppen - ein ziemlich überraschendes Ergebnis einer von der Uni Augsburg veröffentlichten Untersuchung. Sind 'Digital Natives' also doch nicht so fit im Umgang mit modernen Technologien?

Als Millennials haben wir (ganz recht - ich bin gerade noch jung genug, um dazuzugehören) das Internet, smarte Geräte, Apps, Social Media und so weiter quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Wir haben Bits im Blut, wenn man so will. Stimmt’s? Leider nicht ganz. Offenbar sind ausgerechnet die 'Digital Natives' besonders anfällig für Stress, der durch zunehmende Digitalisierung am Arbeitsplatz ausgelöst wird. Genauer sind es die 25- bis 34-Jährigen (die überbiete ich dann allerdings doch um ein Paar Monate), denen 'digitaler Stress' besonders zu schaffen macht.

Millennials: Gestresst von digitalen Technologien

Die Uni Augsburg will dies im Zuge einer "über Branchen und Bundesländer hinweg repräsentative(n) Studie", herausgefunden haben, wie der an der Studie beteiligte Henner Gimpel betont. Ausgelöst werde diese neue Form der Belastung in der Hauptsache durch ein "Ungleichgewicht zwischen den Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien einerseits und den Anforderungen, die diese an die Arbeitnehmer stellen, andererseits." Vereinfacht formuliert: Einige digitale Technologien im Büro sind uns einfach zu hoch - und das stresst uns. Bei allen anderen Altersgruppen, so heißt es in der dazugehörigen Meldung, sei dieses Phänomen verrückterweise weniger stark ausgeprägt.

Digitaler Stress verringert die berufliche Leistung.

Die Symptome dieser Art von Stress klingen wenig erbaulich: Rücken- und Kopfschmerzen sowie allgemeine Müdigkeit gehörten beispielsweise dazu. Frauen litten zudem stärker unter dieser Form der Belastung, obwohl sie sich kompetenter fühlten als Männer. "Nachweislich verringert übermäßiger digitaler Stress die berufliche Leistung, um zugleich mit einem starken Work-Life-Konflikt einherzugehen", heißt es weiter.

Wenig paradox aber dafür etwas unkonkret erscheinen hingegen die Vorschläge der Wissenschaftler, wie Arbeitgeber auf genannte Symptome reagieren sollten. "Verhaltenspräventive Maßnahmen wie die Vermittlung bzw. der Erwerb von Kompetenzen sowohl im Umgang mit digitalen Technologien", werden zum Beispiel genannt. Viele Chefs würden darunter wohl "Workshops" verstehen. Auch von einem "maßvollen Einsatz" digitaler Technologien ist die Rede. Im Zweifel also lieber Notizblock statt Tablet. Wenn’s denn hilft, ist das sicher einen Versuch wert.

Quelle: Universität Augsburg

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