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Ultimatum bis Ende Februar

PayPal abgemahnt: Verbraucherschützer kritisieren absurd lange AGB

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

80 Seiten umfassen die AGB von PayPal, mit Sätzen, die teils mehr als einhundert Wörter lang sind. Zu lang und zu unverständlich findet die Verbraucherzentrale Bundesverband - und setzt dem Bezahldienst ein Ultimatum, bis Februar eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Nach der Installation einer neuen App hat man regelmäßig die Wahl: Quäle ich mich durch vermeintlich seitenlanges Juristendeutsch und hab am Ende vielleicht doch nichts verstanden? Oder setze ich einfach meine zwei Häkchen und fange sofort an mit Chatten, Spielen, Finanzkrams oder was auch immer die neue Software so für mich tun soll? Den meisten fällt die Wahl bekanntermaßen nicht schwer, das Kleingedruckte wird einfach ignoriert. "Wird schon stimmen", so die gängige Annahme. Und das obwohl es durchaus populäre Anbieter wie zum Beispiel Snapchat gibt, die sichtlich um Transparenz bemüht sind.

80 Seiten AGB: Zumutung für Verbraucher

Bei den aktualisierten AGB, die PayPal seinen Nutzern im Januar um die Ohren gehauen hat, kann von Transparenz allerdings keine Rede sein. Der Bezahldienst hatte einige Klauseln der Geschäftsbedingungen abgeändert und brauchte dafür eine erneute Zustimmung. Anstatt die geänderten Passagen hervorzuheben, blendete der Dienst den Nutzern aber einfach das gesamte 80-seitige Pamphlet ein.

Man benötigt 80 Minuten, um den Text bis zum Schluss zu lesen.

Für die Verbraucherzentrale Bundesverband ein unzumutbares Vorgehen: "Wir sehen darin eine spürbare Benachteiligung der Verbraucherinteressen", sagte Carola Elbrecht, Rechtsreferentin beim Verbraucherzentrale Bundesverband der WAZ von der Funke Mediengruppe.

VZBV: Ultimatum bis Ende Februar

Verbraucher hätten keine realistische Chance, die AGB in ihrer Gänze und Reichweite zu erfassen. Bei einer Lesegeschwindigkeit von 250 Wörtern pro Minute benötige man geschlagene 80 Minuten, um den Text bis zu Ende zu lesen. Und selbst dann, wenn man sich die Mühe macht - verstanden habe man den verklausulierten Text dann noch lange nicht: Der längste der über 1.000 Sätze umfasse sage und schreibe 111 Wörter. Die VZBV habe PayPal deshalb ein Ultimatum gestellt, bis Ende Februar eine Unterlassungserklärung abzugeben. PayPal habe sich bisher nicht ausführlich zu dem Vorfall geäußert. "Wir prüfen die Angelegenheit", hieß es stattdessen verständlich, kurz und bündig aus dem Unternehmen. Geht doch.

Quelle: WAZ

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