Privatsphäre

Personalisierte Werbung: Nutzererkennung in der Adobe Marketing Cloud

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Im Rahmen der Adobe Summit Konferenz in Las Vegas stellte Adobe die neuen Funktionen der Marketing Cloud vor, die vor allem Werbetreibende frohlocken lassen dürften. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern wird die Device-übergreifende Nutzererkennung möglich, sodass Werbeangebote noch gezielter platziert werden können.

Über 10.000 Besucher strömten nach Las Vegas, um bei der Adobe Summit 2016, der größten Konferenz für digitales Marketing, mit dabei zu sein. Brad Rencher, Executive Vice President und General Manager für den Bereich Digital Marketing bei Adobe, präsentierte in einer Keynote die neue Adobe Marketing Cloud Device Co-op, die Unternehmen beim sogenannten Experience Business unterstützen soll. Insgesamt lassen sich 1,2 Milliarden Geräte für die personalisierte Werbung verknüpfen. Beliebte Produkte aus der Creative Cloud, wie beispielsweise Photoshop CC, sind dabei Teil des Konzeptes.

Zur Veranschaulichung wie die Marketing Cloud Werbeangebote für die User modifizieren kann, wurde die imaginäre Person "Sam" präsentiert. Sam bucht eine Reise und hat das Hotelzimmer bereits reserviert. Ausgehend vom Surfverhalten würde Sam eine Reihe von Hotelangeboten erhalten - dabei ist die Buchung der Unterkunft bereits abgeschlossen. Im Gegensatz zu Google verfolgt Adobe jedoch einen anderen Ansatz.

Kooperierende Unternehmen, die Teil der Marketing Cloud sind, stellen gehashte Log-in-Daten und HTTP-Header-Informationen zur Verfügung, wodurch die Identität des Nutzers in anonymisierter Form erkannt werden kann - egal mit welchem Gerät oder von welchem Ort aus er oder sie sich einloggt. Adobe sammelt diese Daten-Puzzlestücke verschiedener Unternehmen und erstellt daraus Device-Gruppen, die von denselben Personen wiederholt genutzt werden. Im Ergebnis erhält Sam so im Anschluss an eine Hotelbuchung zum Beispiel Werbung für Touristenattraktionen am Urlaubsort und keine weiteren Vorschläge für die Übernachtung. Damit dürfte die Werbung noch mehr an Relevanz gewinnen.

Schutz der Privatsphäre

Laut der Aussage von Adobe verfügt kein Unternehmen durch die Nutzung der Marketing Cloud über ausreichend Informationen, um Nutzer-IDs mit echten Namen und E-Mail-Adressen zu verknüpfen. Darüber hinaus sollen Verbraucher die von ihnen erfassten Daten einsehen oder dem Sammeln von Daten widersprechen können. Ob vor dem Hashen von Login-Daten die Zustimmung des Nutzers auch tatsächlich eingeholt wird, ist allerdings noch unklar.

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