Studie

Phantom-Vibrationen als Volkskrankheit

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von Sandra Eichhorn (@sandra_rockt)-

Smartphone-Vibrationen in der Hosentasche sorgen bei vielen Menschen regelmäßig für Euphorie – schließlich könnte es eine erfreuliche Nachricht oder ein langersehnter Anruf sein. Diese ständige Bereitschaft, mit anderen zu kommunizieren, ruft offenbar bei fast 90% aller Smartphone-User etwas Kurioses hervor: Das Phantom-Vibration-Syndrom.

Studie: 90% der Smartphone-User bilden sich Vibrationen ein

Im Zuge einer aktuellen Studie des Georgia Institute of Technology in Atlanta wurden Studenten zu diesem Phänomen befragt. Fast 90% der Teilnehmer gaben an, schon einmal enttäuscht auf ihr Display geblickt zu haben – weil die Vibration nur eingebildet war. Dr. Robert Rosenberger, der für die Untersuchung verantwortlich ist, wagt einen Erklärungsversuch: Ihm zufolge machen uns die vielen Alltags-Technologien sowie die pausenlose Erreichbarkeit ängstlich und nervös, sodass manche in ihrer ständigen Kommunikationsbereitschaft dazu neigen, sich das Nachrichtensignal manchmal einzubilden. Zudem werde der Begleiter in Hosentasche von vielen wie ein Teil des Körpers empfunden, ähnlich wie eine Brille – die man auch nur wahrnimmt, wenn man sich darauf konzentriert.

Weitere Studien zur eingebildeten Vibration

Pausenlose Erreichbarkeit macht ängstlich und nervös

Das Phantom-Vibration-Syndrom - das nebenbei bemerkt sogar einen eigenen Eintrag bei Wikipedia hat und vom Macquarie Dictionary (dem führende Wörterbuch für australisches Englisch) zum Wort des Jahres 2012 gekürt wurde - ist jedoch nicht zum ersten Mal Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Bereits 2010 wurde eine Studie im British Medical Journey veröffentlicht, die allerdings zu einem etwas abweichendem Ergebnis gekommen ist: von 169 Teilnehmern konnten nur 68% von Erfahrungen mit dem Phänomen berichten.

Im Jahr 2007 veröffentlichte zudem ein Psychologe aus Beverly Hills seine Doktorarbeit zum Thema Menschen und Smartphones. Dabei fand er heraus, dass junge Leute in den Zwanzigern, die mit den neuen Technologien aufgewachsen sind, besonders oft von den Phantom-„Schmerzen“ betroffen sind.

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