Trust Scores versus Passwörter

Project Abacus: Google will Passwörter auf Android-Geräten abschaffen

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von Vera Kußmann -

Nie wieder Passwörter zum Entsperren von Android-Geräten – "Trust Score" ist die Lösung! Der Suchmaschinen-Riese Google möchte im Rahmen seines "Projekts Abacus" den leicht knackbaren Passwörtern mithilfe von Sensoren den Kampf ansagen. Ende 2016 soll die Technik verfügbar sein und für mehr Datensicherheit sorgen.

Google ersetzt Passwörter durch Trust Scores

Passwörter sind immer unsicherer geworden – vor Allem liegt das an viel zu einfach gehaltenen Zeichenfolgen der User. Erst kürzlich wurden die drei meistgenutzten Passwörter für das soziale Netzwerk "Linkedin" im Zuge des Datenraubs durch Hacker veröffentlicht: "123456", "linkedin" und "password". Da braucht es nicht mal technisches Können, um an sensible Daten der Nutzer zu kommen.

Um die Datensicherheit im Web zu erhöhen und der Einfallslosigkeit der User Herr zu werden, möchte Google das klassische Passwort für Android-Geräte abschaffen und bis Ende dieses Jahres durch sogenannte "Trust Scores" ersetzen. Nähere Informationen hat Google laut des Internet-Blogs TechCrunch auf der erst kürzlich stattgefundenen Entwicklerkonferenz Google I/O enthüllt.

Der Gedanke, der unliebsamen Identifizierung via Passwort den Garaus zu machen, ist nicht ganz neu: Schon vor einem Jahr begann Google den Feldzug unter dem Namen "Project Abacus". Jetzt scheint das Unternehmen ernst zu machen und die Trust Scores in die Schlacht zu schicken. In den kommenden Wochen werden große Banken die neue Technologie testen. Bei erfolgreichem Abschluss würde es Android-Entwicklern Ende 2016 weltweit zur Verfügung stehen.

Was sind diese Trust Scores überhaupt?

Mithilfe von Sensoren, die ohnehin schon in einem Smartphone verbaut sind, soll es künftig möglich sein, den Nutzer als rechtmäßigen Besitzer zu identifizieren und das Gerät freischalten. Maßgeblich dafür sind zum Beispiel die Gesichtserkennung über die Frontkamera des Geräts oder das Tippverhalten des Users. Weitere Kriterien sollen auch der Standort via GPS-Ortung und die Datenübermittlung zu Bluetooth- und WLAN-Geräten sein.

Die Summe an gesammelten Daten und eine Errechnung der Wahrscheinlichkeit führe schlussendlich zum "Trust Score", der die Identität zweifelsfrei verifiziert. Außerdem soll es unterschiedliche Sicherheitsstufen geben: Ein Online-Game auf dem Smartphone erhält beispielsweise einen niedrigeren Score als der Zugang zum Online-Banking, für den die höchste Stufe gilt.

Sollte das Entsperren oder Einloggen trotz aller Identifikationsmerkmale nicht funktionieren und die Freischaltung verweigert werden, soll es in letzter Instanz trotzdem möglich bleiben, sein Smartphone via Passworteingabe zu bedienen. Auch eine manuelle Konfiguration des "Trust Scores" wird in Aussicht gestellt – zum Beispiel wenn sich mehrere Personen ein Smartphone teilen oder Kinder verschiedene Funktionen nicht nutzen sollen.

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