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Ransomware: Darum haben es Schadprogramme so einfach, Beute zu machen

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Der Digitalverband Bitkom hat in einer repräsentativen Studie Teilnehmer nach deren Kenntnisstand über die Gefahren von digitaler Erpressung durch Ransomware befragt - mit zum Teil besorgniserregendem Ergebnis.

Lug und Trug gibt es nicht erst seit der Erfindung des Internets. Bereits fahrende Schlangenölverkäufer wussten, wie sie die Unwissenheit der Bevölkerung ausnutzen konnten, um Kasse zu machen. Kräuter, Tinkturen und Wundermittel gegen Krankheiten, die gar keine waren oder zumindest nicht mit der vorgegaukelten Medizin kuriert werden konnten. Angstmache und die Vortäuschung falscher Tatsachen spielten damals wie heute eine zentrale Rolle.

Ähnlich verhält es sich mit Ransomware. Wenn man weiß womit man es zu tun hat, kann man sich vor Abzocke schützen und die Ursachen bekämpfen. In einer repräsentativen Umfrage haben die Digital-Experten von Bitkom nun allerdings festgestellt, dass die Mehrheit der Befragten noch nie etwas vom Begriff 'Ransomware' gehört haben - geschweige denn von den Gefahren, die durch die Erpresser-Software ausgehen. Insgesamt 1017 Personen haben an der Umfrage teilgenommen, von denen nur 4 von 10 Befragten wussten, dass diese Form der Interneterpressung überhaupt existiert.

Zur Verdeutlichung: Ein unvorsichtiger Klick auf unseriöse Webseiteninhalte oder korrupte Mail-Anhänge, schon erwartet den PC-Nutzer nach dem nächsten Systemstart im schlimmsten Fall (statt der gewohnten Windows-Oberfläche) ein Sperrbildschirm mit Zahlungsaufforderung.

Gewusst wie: Ransomware-Angriffe im Vorfeld vermeiden

Immer mehr Personen nutzen die umfangreichen Vorteile des Internets, ohne sich über die potenziellen Gefahren zu informieren - und das, obwohl die Meldungen von Locky, WannaCry, Petya und Co. sogar bis ins Vorabendprogramm der Nachrichtensendungen von TV und Radio reichten. Und selbst wenn der Begriff Ransomware bekannt ist, gehen die Befragten unterschiedlich mit den Risiken um. Rund jeder Zweite hat der Umfrage nach Angst davor, selbst Opfer eines Erpressungsversuchs zu werden. 41 Prozent dieser Gruppe treffen trotz der Sorge keine gesteigerten Vorsichtsmaßnahmen wie regelmäßige Daten-Backups, Anti-Viren-Tools und Browser-Plug-ins.

Zunächst einmal gilt es, mit einer starken Firewall und Virenschutzprogrammen dafür zu sorgen, dass niemand den eigenen PC verschlüsseln kann.

Dr. Bernhard Rohleder | Bitkom

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, rät Internetnutzern deshalb zur Vorsorge: "Wer sich im Internet bewegt, der muss sich auch über mögliche Bedrohungen informieren. Schon mit wenigen Maßnahmen kann man sich schützen oder Schaden minimieren". Denn "ob nach Bezahlung des verlangten Lösegeldes die Daten wirklich entschlüsselt werden, ist höchst ungewiss. Auch deshalb sollte sich niemand auf eine solche Erpressung einlassen", so Rohleder weiter.

Wer trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen Opfer eines Cyberangriffs geworden ist, dem hilft neben dem Gang zur zuständigen Behörde auch die Zentrale Ansprechstelle Cyberkriminalität, die von den Landeskriminalämtern betrieben wird.

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