Lieber keine Mobile-Devices ins Kinderzimmer

Rauben Smartphones Kindern den Schlaf?

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Amerikanische Wissenschaftler wollen in einer groß angelegten Studie nachgewiesen haben, dass nicht nur das Nutzen mobiler Multimedia-Geräte vor dem Schlafengehen, sondern bereits die Anwesenheit von Smartphones und Tablets im Kinderzimmer zu Schlafstörungen bei Kindern führen kann. Hinsichtlich der Forschungsergebnisse ist allerdings Skepsis angebracht.

Was viele schon vermutet haben, ist jetzt von amerikanischen Wissenschaftlern des 'Jama Network' angeblich bewiesen worden: Jugendliche und Kinder, die unmittelbar vor dem Schlafengehen mobile Geräte wie Smartphones und Tablets nutzen, bekommen weniger Schlaf. Doch damit nicht genug, auch die allgemeine Qualität des Schlafs soll dadurch stark beeinträchtigt werden.

"We found that bedtime device use was associated with an increase in the odds of inadequate sleep quantity, poor sleep quality, and excessive daytime sleepiness."

Ben Carter et al.

Das Vorhandensein genügt

Während dieses Ergebnis noch intuitiv einleuchtend erscheint, ist eine weitere Entdeckung der Forscher durchaus kurios: Allein die Verfügbarkeit von tragbaren Multimedia-Geräten in Kinder- und Jugendzimmern soll signifikant mit weniger Schlaf, geringerer Schlafqualität und Müdigkeit am Tag korrelieren - auch dann, wenn die Geräte gar nicht benutzt werden. Laut den Forschern soll dies nicht nur zu weniger Leistungsfähigkeit führen, sondern könne auch negative gesundheitliche Folgen haben.

Zweifelhafte Methodik

Eigene Grundlagenforschung haben die drei an dem Papier beteiligten Forscher jedoch mit der Studie nicht betrieben. Vielmehr haben sie sich durch einen ganzen Berg an Literatur gewühlt und letztendlich 17 Forschungsberichte ausgewertet, die Daten von circa 120.000 Kindern enthalten.

An dieser Vorgehensweise ist an sich nichts weiter auszusetzen, solche Meta-Analysen sind in der empirischen Wissenschaft gängige Praxis. Allerdings räumen die Wissenschaftler in ihrem Resümee ein, dass lediglich zwei der untersuchten Studien von guter methodischer Qualität seien. Sechs der herangezogenen Studien, so die Forscher weiter, seien von "geringer" und neun weitere von "unklarer" Qualität...

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