11 Minuten Vernunft

Sad! Twitter-Mitarbeiter sperrt Trump-Account

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

11 Minuten war Funkstille auf dem ansonsten so aktiven Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump, auf seinem Profil erschien sogar die ominöse Behauptung "@realDonaldTrump existiert nicht". Aufgeklärt hat sich das mysteriöse Verschwinden des hitzköpfigen Präsidenten relativ schnell, gefeiert hat das Netz den Vorfall aber trotzdem.

Über 41 Millionen Twitter-Nutzer folgen dem privaten Twitter-Account des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump. Seriöse Polit-News erwarten sich davon wenige, denn die Tweets des mächtigsten Mannes der Welt sind in der Mehrzahl erschreckend niveaulos, unfundiert und mitunter an der Grenze zur Realsatire. Unter @realDonaldTrump gibt es mehrheitlich Plattitüden in Großbuchstaben, es wird gepoltert und gehasst. Viele User scheint genau das zu unterhalten, andere wiederum nutzen Trumps Tweets, um ihn darüber öffentlich kritisieren zu können. Für einen kurzen aber intensiven Moment standen gestern aber beide Lager gehörig auf dem Schlauch.

11 Minuten lang herrschte Funkstille auf dem Twitter-Account des Präsidenten.  

Quelle: (Mitch Mitchell)  Twitter 

11 Minuten lang herrschte Funkstille auf dem Twitter-Account des Präsidenten.  

Quelle: (Mitch Mitchell)  Twitter 

Maulkorb für Mr. President

11 Minuten lang konnte sich Donald Trump über den Kurznachrichtendienst weder Luft machen noch anderweitig mit der Community interagieren. Es schien fast so, als sei der hitzköpfige Staatschef nie auf Twitter gewesen: "@realDonaldTrump existiert nicht", hieß es während dieser Zeitspanne auf seinem Profil. Eine Steilvorlage für die Community, die nicht mit gehässigen Kommentaren geizte.

"Wenn es doch nur so wäre", kommentierte ein User trocken, ein anderer meinte: "Das Bild wäre krass auf einem T-Shirt." Wie war es dazu gekommen? Hatte Twitter plötzlich die Schnauze voll von den präsidialen Hassparolen? War gar ein Hacker am Werk?

Staats-Streich am letzten Arbeitstag

Wie sich etwas später herausstellte, war nichts davon der Fall: Ein Mitarbeiter im Twitter-Kundendienst, der offenbar über die entsprechenden Berechtigungen verfügte, hatte seinen letzten Arbeitstag dafür genutzt, um dem Präsidenten einen Streich zu spielen und sein Konto kurzerhand gelöscht. Als dies aufflog, wurde das Konto jedoch umgehend wieder aktiviert. Ob dem Ex-Mitarbeiter jetzt Konsequenzen drohen, ist bisher nicht bekannt. Auch hat Trump den Vorfall erst viele Stunden später ungewohnt kleinlaut auf Twitter kommentiert. Die Twitter-Community aber scheint sich größtenteils einig zu sein und feiert die Aktion: "Gebt dem Mitarbeiter einen Bonus in seinem letzten Gehaltscheck" schlägt beispielsweise CraftyAries vor. TinaMcGugan spricht sogar von ihrem "besten Moment in 2017."

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