Gerüchteküche brodelt

Schafft Twitter 140-Zeichen-Begrenzung ab?

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von Sandra Eichhorn (@sandra_rockt)-

Die 140ger Zeichenbegrenzung gehört zu Twitter wie der Like-Button zu Facebook – eine magische Grenze, die seit Unternehmensgründung im Jahr 2006 für viele nicht mehr wegzudenken ist. Doch nachdem dieses Limit bei Direktnachrichten schon aufgehoben wurde, sollen zukünftig auch Tweets umfangreicher ausfallen.

Schluss mit Screenshots und Tweetstorms

Letztendlich wird das Zeichen-Limit sowieso meist umgangen. Viele Benutzer posten beispielsweise Screenshots von längeren Texten oder lassen "Tweetstorms" (mehrere zusammenhängende Tweets) los, um das auszudrücken, was nicht in 140 Zeichen passt. Für Direktnachrichten an einzelne Personen oder ganze Gruppen wurde die Grenze darüber hinaus längst abgeschafft, seit Sommer letzten Jahres hat man dafür 10.000 Zeichen zur Verfügung – dasselbe soll bald auch für Tweets gelten, das behauptet zumindest das Wall Street Journal mit Berufung auf Quellen bei Twitter.

Telegrammstil

Twitter hat sich ursprünglich an der Länge von SMS orientiert, die auch nicht länger als 160 Zeichen waren.

Passend zum Thema gab auch Twitter-Chef Jack Dorsey sein Statement ab – natürlich via Screenshot-Tweet, mit dem er die Zeichenbegrenzung aushebelte. In diesem schreibt er, man habe viel Zeit damit verbracht, das Nutzungsverhalten der User zu beobachten. Das Ergebnis war, dass die Nutzer Screenshots machen und diese als Tweets posten. Daraufhin fragt er, was wäre, wenn er statt seines Screenshots einen Text mit derselben Wortanzahl veröffentlichen könnte. Die Vorteile lägen klar auf der Hand: der Inhalt könnte markiert und von Suchmaschinen erfasst werden.

Eine konkrete Aussage zur weiteren Entwicklung ist hier nicht zu finden, allerdings liest sich der Tweet glasklar als Andeutung. Sein Schlusssatz: „Ich liebe Tweetstorms, die werden nicht verschwinden.“

Schwaches Wachstum der Nutzerzahlen

Sollte Twitter die 140-Zeichen-Begrenzung wirklich aufheben, wäre das ein wegweisender Schritt.

Der plötzliche Sinneswandel gibt genug Anlass zur Spekulation - möglicherweise durchdenkt Twitter sein Konzept erneut, um mehr Nutzer anzulocken. Die damalige Einführung der Zeichenbegrenzung hatte zwar vorwiegend technische Gründe, wurde im Laufe der Zeit allerdings zum Markenzeichen des Dienstes, weshalb dieser Schritt schon wegweisend erscheint.

Zwar hat das soziale Netzwerk 320 Millionen Nutzer, die Zahl steigt allerdings nur sehr langsam. Ob das an den Kurznachrichten im Telegrammformat liegt, wird sich noch zeigen, sollten die Neuerungen tatsächlich umgesetzt werden.

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