Überraschung, Empörung und Trauer

Schlechte Videoqualität und lange Ladepausen stressen unseren Körper

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Geahnt haben wir es ja schon lange, jetzt haben Forscher es bewiesen: Lange Ladezeiten und schlechte Bildqualitäten beim Video-Streaming verursachen nachweisbar negative Gefühlszustände in unserem Körper. Ein klares Signal an alle Video-on-Demand-Anbieter.

Forscher des Unternehmens 'Sensum' haben in einem Test mit 1200 Teilnehmern nachgewiesen, wie sehr es uns nahe geht, wenn Online-Videos nicht in überschaubarer Zeit buffern und die Qualität zu wünschen übrig lässt. Wenn das Streamen nicht einwandfrei funktioniert, sind wir unter anderem traurig, überrascht oder sogar empört.

It is not only the video service brand that suffers when viewers have a bad experience. Perception of the video they are watching suffers too. (...) Unfortunately, our research shows how a low-quality experience can (...) derail the story-telling.

Computerworld / Ian Munford

Um diesen Umstand faktisch nachzuweisen, wurden die Studienteilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Während die einen nun einen Videoclip in 2160p UHD Qualität serviert bekamen, ohne dass der Clip zwischendurch hätte laden müssen, wurde den anderen dasselbe Video in 1080p HD mit 1,6MB/s gezeigt. Die zweite Gruppe musste sich außerdem in Geduld üben, da die Forscher gezielt ein "Re-Buffering Event" einbauten - die Betrachter mussten mitten in einer Schlüsselszene 46 Sekunden warten, bis es weiterging.

Zur Messung körperlicher Reaktionen wurden die Probanden mit einem Finger-Clip an ein Gerät angeschlossen, dass die elektrische Leitfähigkeit misst. Wer also stärker reagiert und stärker schwitzt, weist eine höhere Leitfähigkeit auf. Zusätzlich kam "facial coding" zum Einsatz - ein Instrument zur Analyse von Mimik-Veränderungen. Wer von euch die Serie "Lie to me" kennt, hat jetzt Bilder im Kopf, wie so etwas aussehen kann.

Ladezeit ist entscheidendes Kriterium für Video-on-Demand-Services

Andere Studien (in Form von Umfragen) bestätigen die Ergebnisse: 76 Prozent der Teilnehmer gaben an, sie würden aufhören einen bestimmten Streaming-Service in Anspruch zu nehmen, wenn es mehrfach zu wahrnehmbaren Ladezeiten käme oder keine hochauflösende Videoqualität geboten würde. Im hart umkämpften Markt um Video-on-Demand-Kunden sind diese Punkte die entscheidenden Faktoren.

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