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Mit Aufnahme!

So wollen euch Betrüger mit eurem Porno-Konsum erpressen

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Betrugs-Mails werden immer raffinierter, genau wie die viel gefürchtete Ransomware, die unsere Computer sperrt und sie nur gegen Geldzahlung wieder freigibt. Die neueste Masche nennt sich 'Sextortion' und gibt im E-Mail-Text vor, uns beim Pornokonsum aufgenommen zu haben - gegen die Veröffentlichung hilft angeblich nur eine horrende Geldzahlung.

Wie viel Zeit verbringst du auf Schmuddelportalen wie Pornhub, YouPorn oder Redtube? Statistisch gesehen ziemlich viel. Zahlen, Daten, Fakten gefällig? Deutschland ist weltweit Nummer 1 im Porno-Gucken. 12,4 Prozent des weltweiten Pornotraffics gehen auf die Bundesrepublik zurück - Spitzenwert! Pro Sekunde werden 1.000 Sex-Clips angeschaut und täglich insgesamt 68 Millionen Suchanfragen getätigt. 25 Prozent der Google-Anfragen haben pornographische Bedeutung. Aber es kommt noch dicker: 43 Prozent, also knapp die Hälfte aller Internet-User schauen regelmäßig Pornos an und 35 Prozent des weltweiten Daten-, pardon, Verkehrs gehen auf Pornographie zurück. Das jedenfalls hat das Vergleichsportal 'Netzsieger.de' kürzlich herausgefunden.

Auch vor E-Mails macht die Wollust keinen Halt, denn jede zehnte E-Mail hat pornographischen Inhalt zu bieten. Rein statistisch könnte man also behaupten, dass entweder Mark Zuckerberg oder seine Frau auch ein schmuddeliges Hobby haben - immerhin klebt der Facebook-Chef ja bekanntermaßen die Kamera an seinem Laptop ab. Was wir aber mit Sicherheit wissen, ist, dass durch die weltweite Pornobegeisterung auch Erpressungsversuche neue Formen annehmen - so wie die neueste Masche 'Sextortion'.

Sextortion: Aufnahme und Passwort

Sextortion E-Mail

So sieht die Betrugs-Mail aus.  

Quelle:  blog.avira.com 

Sextortion E-Mail

So sieht die Betrugs-Mail aus.  

Quelle:  blog.avira.com 

Der Entwickler von Anti-Viren-Software 'Avira' warnt seit gestern vor diesem neuesten Streich der Cyber-Kriminalität, die mit unseren heimlichen Gelüsten arbeitet und mit dem droht, was vielen das Herz in die geöffnete Hose rutschen lassen dürfte: Der Veröffentlichung von Aufnahmen, die nicht nur uns beim, ähm, sitthaften Zuschauen zeigen, sondern auch die Inhalte, die wir konsumiert haben. In den Erpresser-Mails wird davor gewarnt, dass man Split-Screen-Aufnahmen habe, die beides gleichzeitig zeigten.

Besonders perfide: In der Mail wird auch das Passwort der Opfer von der jeweiligen Plattform angezeigt, um so zu tun, als wisse man genau Bescheid und habe eine Historie angelegt. Der Preis für das Schweigen der Kriminellen beläuft sich auf 2.900 US-Dollar und soll innerhalb eines Tages beglichen werden, sonst wird das Video angeblich an sämtliche Kontakte der Opfer weitergeleitet. Diese Vorstellung dürfte viele Betroffene so sehr ins Schwitzen bringen, dass sie zahlen - worauf die Erpresser natürlich spekulieren.

Nicht zahlen, Ruhe bewahren

Avira weist darauf hin, dass es das Video nicht gibt und dass das Passwort höchstwahrscheinlich von einem lange zurückliegenden Datenleck ergaunert worden sei. Dass Aufnahmen von uns existieren, nach denen wir uns nie wieder aus dem Haus trauen würden, hält der Entwickler auf seinem Blog für unsinnig. Trotzdem wird dazu geraten, das in der Mail angegebene Passwort, falls es nicht schon veraltet ist, sofort zu ändern. Außerdem bietet es sich an, wann immer möglich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anzuwenden, seine Passwörter regelmäßig zu ändern und starke Passwörter zu wählen, die nicht so leicht zu knacken sind.

Quellen: netzsieger.de, blog.avira.com

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