Kaufen aus Angst

Social Shopping: Dopamin für Millenial-Gehirne

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Soziale Medien verführen insbesondere die sogenannten Millenials dazu, Produkte, die sie auf Facebook, Snapchat und Co gesehen haben, online zu kaufen. Fast ein Drittel der heavy User erwirbt - häufig aus Angst etwas zu verpassen - auf diese Weise Produkte im Web. 'Social Shopping' nennt sich dieser Kaufrausch, der ähnlich wirkt wie der Glücks-Botenstoff Dopamin.

Dass Einkaufen im Internet weitaus bequemer ist, als sich für eine Shopping-Tour in eine überfüllte Mall zu begeben, ist ja nichts Neues. Wie sehr gerade die sozialen Medien aber junge Erwachsene dazu verleiten, Dinge zu erwerben, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie wollen, überrascht dann aber doch: Laut einer Umfrage von 'Propeller research' kauft mehr als ein Drittel der sogenannten Millenials, die mehr als vier Stunden pro Tag durch soziale Medien scrollen (das sind knapp 50 Prozent), ein Produkt, wenn sie es zuvor auf Facebook, Instagram und Co gesehen haben.

Millennials bestellen eigenen Angaben nach über Social Media gerne neue Produkte, um sich besser zu fühlen.

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Dazu zählen also nicht nur Produkte, die ihnen in Werbeanzeigen vorgeführt werden, sondern auch Dinge aus Beiträgen von Freunden. Dabei stellt sich heraus, dass viele Millenials - immerhin 41 Prozent der Befragten - online vor allem aus einer Motivation heraus shoppen: Angst. Nämlich der Angst, etwas zu verpassen.

Ist das Interesse geweckt (bzw. die Angst geschürt), kommen weitere Effekte zum Tragen, die Nutzer geradezu süchtig machen können, wie Susan Weinschenk von Psychology Today erklärt: "Social-Shopping ist so befriedigend, weil die Erwartung, auf eine Online-Bestellung zu warten, tatsächlich Dopamin im Gehirn aktiviert. Wenn Sie ein Produkt online bestellen, erhalten Sie das Produkt nicht sofort. Sie müssen warten. Und im Warten liegt die Vorfreude."

Schlauer Kaufrausch: Facebook will Marketplace mit KI verbessern

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse verwundert es kaum, dass soziale Netzwerke zunehmend Kaufoptionen in ihre Apps integrieren. Snapchat könnte demnächst beispielsweise zur Einkaufs-App werden. Und auch Facebook mischt mit dem 'Marketplace' seit nunmehr zwei Jahren aktiv mit im Online-Shopping und entwickelt den digitalen Flohmarkt regelmäßig weiter. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, soll künstliche Intelligenz schon bald eine zentrale Rolle im Marketplace einnehmen. Die Ziele: Verkäufer sollen schneller zum Kunden finden und Nutzer einfacher gewünschte Produkte entdecken.

Erstgenannten soll es die KI unter anderem mit intelligenten Voreinstellungen deutlich vereinfachen, eine Anzeige zu schalten, während potenzielle Kunden dank Bilderkennung wohl demnächst schneller die gewünschten Produkte finden. Mehr Dopamin in kürzerer Zeit also. Wie das funktionieren soll, erklärt Facebook in einem Video:

Quelle: Pressetext / Propeller research

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