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Chladnische Klangfigur geht viral

Sound zum Ansehen mit Couscous: Wissenschafts-Typ begeistert Internet

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Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Höhere Wissenschaft kann so faszinierend sein, wenn man sie einfach und anschaulich erklärt. 'Science Guy' Steven Mould hat genau das mit sogenannten 'Chladnischen Klangfiguren' in einem Video getan, das letzte Woche um die Welt ging. Musik sah selten so gut aus.

Schon mal was von einer 'Chladnischen Klangfigur' gehört? Nein? Wir auch nicht. Falls doch, habt ihr wahrscheinlich letzte Woche zum ersten Mal von den merkwürdigen Mustern gehört, die Musik auf wundersame Weise zum Leben zu erwecken scheinen. Denn ein bereits etwas älteres Video des 'Science Guy' Steve Mould ist letzte Woche unerwartet in den sozialen Medien abgefeiert worden.

Musikalisches Couscous: Das steckt hinter der Sound-Magie

Darin verteilt er eine Tasse Couscous gleichmäßig auf einer herkömmlichen Metallplatte. Nichts Ungewöhnliches soweit. Die "Magie" aber passiert, sobald er anfängt mit einem Geigen(?)-Bogen an der Kante der Metallplatte zu streichen: Die Körner scheinen zunächst zufällig umherzuzittern, nur um kurz darauf ein filigranes Muster zu bilden.

Was wie ein Trick aussieht, ist eigentlich die unter Physikern bekannte 'Chladnische Klangfigur' und ein ziemlich kompliziertes mathematisches Phänomen. So kompliziert, dass nicht mal deren Entdecker 'Ernst Florens Friedrich Chladni' eine mathematische Erklärung dafür finden konnte. Erst die Mathematikerin 'Sophie Germain' hat das Problem einige Jahre fast vollständig entschlüsseln können, wie Mould in dem Video erklärt.

Schallwelle

Die Auslenkungen einer stehenden Welle (schwarz) sind an gewissen Stellen immer null - hier sammelt sich dann das Couscous.

Quelle: LucasVB/Wikimedia Commons

Vereinfacht formuliert funktioniert das Ganze in etwa so: Der Geigenbogen verursacht, dass die Metallplatte vibriert, woraufhin die Coucous-Körner anfangen umherzuspringen. Die Schwingungen aber treten an bestimmten Stellen stellen nie auf - und genau dort sammeln sich die Grießkügelchen. Stellt euch einfach vor, ihr schwingt ein an der Zimmerdecke befestigtes Seil hin und her. An einigen Stellen bleibt das Seil dabei stets in Ruhe.

Laut der Wissenschaftsseite 'IFLScience' hat das Video allein in der letzten Woche tausende neuer Views verzeichnet. Das neuerliche Interesse erklärt sich der Urheber wie folgt: "Stehende Wellen sind sehr wichtig in vielen Teilbereichen der Physik. Speziell in der Quantenmechanik. Für uns Menschen im Alltag aber sind Muster, die einfach so aus dem Nichts erscheinen, einfach nur echt cool."

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