Privatsphäre

Spion unterm Weihnachtsbaum: Mozilla zeigt, welche smarten Geräte schnüffeln

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Noel Hapke

von Noel Hapke -

Kamera, Mikrofon, GPS-Tracker – selbst Spielzeugpuppen, Blumenvasen und Toaster sind heute mit allerlei Sensoren ausgestattet. Viele Menschen sorgen sich daher um die eigene Privatsphäre. Mit einer neuen Initiative will Mozilla darüber informieren, welche Daten beliebte smarte Produkte sammeln können und wie sie sie verwenden.

Dieses Jahr werden am Heiligabend mehr smarte Geräte unterm Tannenbaum landen als jemals zuvor. Anders, zugespitzt oder übertrieben ausgedrückt (je nach Wahrnehmung): Zur "schönsten Zeit des Jahres" holen sich viele Familien freiwillig, vielleicht auch unwissentlich einen Spion ins Haus. Mozillas neue Kampagne 'Privacy not included' (Privatsphäre nicht enthalten) soll daher das Bewusstsein für Privatsphäre schärfen und Menschen dabei helfen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Screenshot der Mozilla-Kampagne Privacy not included

Mozilla nimmt beliebte Produkte unter die Lupe, zum Beispiel Microsofts Xbox One.

 Mozilla "Privacy not included" 

Screenshot der Mozilla-Kampagne Privacy not included

Selbst der Saugroboter Roomba erhebt Daten, die zu Werbezwecken geteilt werden.

 Mozilla "Privacy not included" 

Screenshot der Mozilla-Kampagne Privacy not included

Mozilla nimmt beliebte Produkte unter die Lupe, zum Beispiel Microsofts Xbox One.

 Mozilla "Privacy not included" 

Screenshot der Mozilla-Kampagne Privacy not included

Selbst der Saugroboter Roomba erhebt Daten, die zu Werbezwecken geteilt werden.

 Mozilla "Privacy not included" 

Smarte Weihnachtsgeschenke auf dem Prüfstand

Speziell im Hinblick auf Weihnachten hat Mozilla dazu beliebte Produkte untersucht, die garantiert auf vielen Wunschzetteln stehen – darunter die PlayStation 4, Amazon Echo Show oder der Saugroboter Roomba. Unterteilt nach Kategorien wie 'Spielzeuge', 'Konsolen' oder 'Smart Home' beleuchten kurze Berichte auf der Webseite beispielsweise, mit welchen Sensoren smarte Geräte ausgestattet sind, welche Daten sie erheben und ob und an wen sie sie weiterleiten. Es werden knappe Szenarien entworfen, wie sich diese Daten nutzen oder missbrauchen lassen. Außerdem sind die Privatsphäre- und Datenschutzbestimmungen der Hersteller verlinkt.

Welche Katze kauft man in welchem Sack?

Das ist nützlich, denn die Auflistung lässt auf einen Blick erkennen, welche Katze man in welchem Sack kauft. Allerdings ist der Umfang des Projektes noch ausbaufähig: Zwar werden viele Top-Produkte untersucht, doch mehr als einen sehr groben Überblick kann die Seite noch nicht bieten. Um die Qualität der Beiträge zu sichern, arbeitet Mozilla mit dem Projekt 'Digital Standard' zusammen, das sich für digitale Privatsphäre-Standards einsetzt.

Mozilla sieht in diesem Feld noch einigen Handlungsbedarf – eine eigene Umfrage unter 190.000 Teilnehmern habe jedenfalls bedenkliche Ergebnisse zu Tage gefördert. 35 Prozent der Befragten seien im Hinblick auf unsere Zukunft mit smarten Geräten "skeptisch und nervös", 45 Prozent befürchten einen "Rückgang der Privatsphäre" generell. Außerdem sieht Mozilla die Hersteller in der Pflicht: Sie sollten diese Fragen in ihren Fokus rücken und es nicht Endnutzern überlassen, für ihre eigene digitale Sicherheit zu sorgen.

Hier erfährst du mehr über: DatenschutzAlexa und Künstliche Intelligenz

Sag uns deine Meinung!