Vermarktung kostenloser Nutznießer

Spotify veräußert Nutzerdaten von Free-Accounts an Werbetreibende

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Der Music-Streaming-Dienst Spotify kündigt die Zusammenarbeit mit Schwergewichten des "Target Advertisings" an und öffnet Werbetreibenden auf diese Weise die Tür zu personalisierten Werbeeinspielungen. Nutzer von Premium-Accounts kümmert das allerdings herzlich wenig.

Spotify setzt bei der Vermarktung künftig auf Programmatic

In Zukunft wird es für Werbetreibende die Möglichkeit geben, gezieltes Advertising auf der Grundlage von Alter, Geschlecht und Musikgeschmack zu kreieren, denn Spotify veräußert die Account-Daten seiner Free-User an die Werbe-Server bzw. Programmatic-Plattformen App Nexus, Rubicon Project und The Trade Desk.

we officially enabled programmatic buying across our audio ads globally. We’re partnering with three of the largest and most established platforms in the programmatic space – AppNexus, Rubicon Project and The Trade Desk...

brandsnews.spotify.com

Mit der Einführung von "Programmatic Audio" ist es Werbekunden also von nun an möglich, Nutzerdaten programmatisch einzukaufen und auf Grundlage dieser Daten sowohl Display- als auch Audio- und Video-Werbung zu erstellen sowie in Echtzeit einzuspielen. Die Werbeformate werden Nutzern eines kostenlosen Accounts dann unter anderem zwischen den Songs in 15- oder 30-Sekunden-Werbeblöcken eingespielt.

Auf diese Weise ermöglicht Spotify seinen Partnern Zugriff auf über 70 Millionen potenzielle Werbekunden - die den Streaming-Dienst kostenlos nutzen - und wird nach eigenen Angaben somit zum ersten Anbieter im Streaming-Business, der seinen kompletten Bestand für das "Real Time Bidding" Verfahren bereitstellt.

Rückschlüsse auf Konsumverhalten und Produktvorlieben

Nutzern der Premium-Variante sollte diese Vermarkungsentscheidung hingegen wenig Kopfzerbrechen bereiten: Durch die kostenpflichtigen Vorteile erkaufen sich User einen werbefreien Musikgenuss und sind deshalb für die Advertiser tendenziell nicht von Interesse.

Das Interesse der Werbetreibenden an dieser Fülle von Informationen ist zumindest durchaus nachvollziehbar - mithilfe der Daten lassen sich Rückschlüsse auf das Konsumverhalten und favorisierte Produkte ziehen. Außerdem nutzt weniger als ein Drittel der über 100 Millionen Spotify-Kunden das Premium-Modell des Streaming-Anbieters, sodass der Dienst auf den Verkauf von Nutzer-Daten zurückgreift, um rentabel zu wirtschaften.

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