Hin und Her

Streit eskaliert: Google zieht YouTube von Amazon-Geräten zurück

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von Michael Springer -

Du hast angefangen! Nein, du hast angefangen!! – in der Streit-Geschichte von Google und Amazon ist das nächste Kapitel eröffnet. Ab Januar 2018 werden YouTube-Apps von Amazons Streaming-Geräten verschwinden. Ironischerweise sind am Ende des Spektakels diejenigen die Dummen, die am wenigsten dafür können: Die Kunden.

Google hat angekündigt, dass es ab Januar 2018 keine native YouTube-App mehr für Amazons Streaming-Box 'Fire TV' geben wird. User, die YouTube ansteuern, werden stattdessen auf die herkömmliche Desktop-Website des Video-Portals weitergeleitet – die sich via 'Fire TV' deutlich unkomfortabler bedienen lässt als eine optimierte App. Von Amazons 'Echo Show' zieht Google die entsprechende YouTube-App sogar mit sofortiger Wirkung zurück. Für Besitzer von Amazons Streaming-Geräten sind das schlechte Nachrichten: Die Produkte verlieren an Nutzerfreundlichkeit.

Google vs. Amazon: Keiner lässt sich die Butter vom Brot nehmen

Geht man den Weg des Streits zwischen den beiden Unternehmen rückwärts, fühlt man sich ein wenig an Kinderzankereien erinnert. Amazon jedenfalls beschwert sich nun, dass Google ein "enttäuschendes Exempel" damit statuiere, wenn es den "Zugang zu einer offenen Webseite für bestimmte Nutzer" erschwere. Google wiederum gab zu verstehen, man habe sich zu diesem drastischen Schritt entschieden, weil Amazon seit Kurzem Googles neue Smart-Thermostate nicht mehr im Sortiment führe. Außerdem stelle sich der Shopping-Riese generell gegen den Verkauf von Chromecasts und den Support für Google Cast. Ja, ja, sagt Amazon, allerdings habe sich auch Google bei der Entwicklung der YouTube-App für den 'Echo Show' wenig kooperativ verhandeln. Und so weiter, und so weiter…

Konflikte dieser Art sind keine Seltenheit – es geht um Marktanteile, Kundenbindung und jede Menge Nutzerdaten

Keines der riesigen Tech-Unternehmen will sich die Butter vom Brot nehmen lassen, schließlich geht es um Marktanteile, Kundenbindung und jede Menge Nutzerdaten. Und jedes Quäntchen Exklusivität kann bei der Kaufentscheidung der Kunden das Zünglein an der Waage sein. Konflikte dieser Art sind zwischen Konzernen wie Google, Amazon, Apple und Microsoft daher keine Seltenheit.

Während die Unternehmen um ihre Vormacht kämpfen, schneiden die Endnutzer bei dem ganzen Gezeter am schlechtesten ab, obwohl sie es mit ihrem Geld überhaupt erst möglich machen. Sie müssen sich mit geschlossenen Ökosystemen, wenig überzeugender Integration und weiteren Hürden auseinandersetzen. Der Kunde ist König – außer dann, wenn er es nicht ist.

Quelle: The Verge

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