Verdoppeln sich die Schäden?

Studie: Filmpiraterie verursacht Verluste in Milliardenhöhe

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Online-Filmpiraterie verbreitet sich weltweit und entwickelt sich nach Ansicht der Analysten von 'Digital TV Research' zu einem immer größer werdenden Kostenfaktor für die Filmindustrie. Gleichzeitig wachsen die Einnahmen durch bessere Streaming-Formate und die allgemeine Angebotsvielfalt.

Umsatzverluste durch Filmpiraterie verdoppeln sich bis 2022

Eine von der Online-TV-Privacy-Forecast durchgeführte Studie des Beratungsunternehmens 'Digital TV Research' führt vor, dass sich Filmpiraterie weltweit zu einem immer kostspieligeren Problem für Unternehmen entwickelt. Die Studie beziffert die entgangenen Umsätze, die durch illegale Filmkopien und durch Streaming entstanden sind, auf rund 32 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2017.

Tabelle mit Verlusten durch Online-Piraterie

Während die Studie mögliche Verluste bis ins Jahr 2022 auf rund 52 Milliarden US-Dollar beziffert, steigt die Kurve durch der Einnahmen deutlich steiler.  

Quelle: (Screenshot)  digitaltvresearch.com 

Tabelle mit Verlusten durch Online-Piraterie

Während die Studie mögliche Verluste bis ins Jahr 2022 auf rund 52 Milliarden US-Dollar beziffert, steigt die Kurve durch der Einnahmen deutlich steiler.  

Quelle: (Screenshot)  digitaltvresearch.com 

Weiterhin zeichnen die verantwortlichen Analysten eine dunkle Prognose, denn waren es im Jahr 2016 noch weltweite Einbußen von knapp 27 Milliarden Dollar, vermutet man für 2022 eine Verdopplung auf rund 52 Milliarden. Insgesamt wurden 138 Länder in die Bewertung mit einbezogen, von denen allen voran die USA, China und Brasilien (in dieser Reihenfolge) den größten monetären Schaden verursachen.

Online-Piraterie wird niemals ganz verschwinden…

Obwohl die aufgerufenen Zahlen eine Dimension besitzen, die eine Diskussion über Online-Piraterie sicherlich rechtfertigen, sagt selbst Simon Murray, Chefanalyst bei Digital TV Research, dass der Anteil am Gesamtumsatz immer kleiner werden wird, der durch illegalen Filmbezug entsteht. "Piraterie wird niemals komplett verschwinden. Wie dem auch sei, die Nachrichten sind nicht so schlecht, wie sie den Anschein machen. Die Wachstumsraten von Piraterie werden sich durch immer effektivere staatliche Maßnahmen und bessere Angebote legaler Alternativen deutlich verlangsamen."

Ergebnisse der Studie lassen mehrere Schlussfolgerungen zu

Für Filmindustrie und Politik sind diese Prognosen trotz der ausgerufenen Dimensionen "Wasser auf die Mühlen", die stets an der Gesetzgebung im Bereich der Urheberrechte schrauben. Allerdings lässt die Studie durchaus Interpretationsspielraum - lässt sie doch unter anderem die Bereiche der Sportübertragungen und des Pay TVs außen vor, die einen nicht unbeachtlichen Anteil am Gesamtumsatz einbringen.

Legitimate revenues from OTT TV episodes and movie overtook online piracy losses as far back as 2013. The gap between the two measures is widening.

Simon Murray | Digital TV Research

Während einige weiterführende Meinungen die nicht mit einbezogenen Bereiche negativ mit einbeziehen, kann man auch zu dem Schluss kommen, dass sich die Einnahmen aus dem legalen Markt positiv auf die Anteilsbemessung von Online-Piraterie auswirken und Murrays Aussage demnach stützen.

Doch nicht nur deshalb sind die Erkenntnisse aus der Studie mit Vorsicht zu genießen. Erst Ende August kam eine aufwändige Studie der EU-Kommission zum Vorschein, die zum Schluss kommt: Online-Piraterie schadet der Unterhaltungsindustrie nicht. "Im Allgemeinen zeigen die Resultate keinen robusten statistischen Beweis, dass Online-Copyright-Verstöße zu verringerten Verkäufen führen", heißt es im Fazit des Papiers.

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