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Chrome und Mozilla haben reagiert

Stylish - populäre Browser Extension schaut Nutzern beim Surfen zu

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Die populäre Browser-Extension 'Stylish' steht unter dem Verdacht, ohne Wissen ihrer Nutzer Browser-Daten zu sammeln. Insbesondere die Rückschlüsse auf die enormen Ausmaße bereiten sowohl Nutzern als auch den Anbietern Google und Firefox Sorgen. Die Erweiterung ist schon aus den Stores entfernt worden.

Hat man sich nach einiger Zeit an der neutral-weißen Wohnzimmerwand satt gesehen, darf's dann gerne auch mal etwas mehr sein – vielleicht ein farbiges Muster, ein Bild...

Was für die eigenen vier Wände gilt, findet auch auf dem Desktop seine Verwendung. Angepasste Wallpaper als Desktop-Hintergrund oder eben eine Browser-Extension wie die durchaus beliebte 'Stylish' Erweiterung, mit der sich das Erscheinungsbild von Webseiten anpassen lässt. Einmal installiert, nistet sich 'Stylish' als kleines Icon in die Suchleiste des Browsers ein und ermöglicht Nutzern eine angepasste Oberfläche von Webseiten wie Google, YouTube und Co.

Die kleine Erweiterung ist sehr populär, wird von Millionen Nutzern verwendet und wurde deshalb Anfang 2017 von der Web-Analytics-Firma SimilarWeb übernommen. Nun haben aber sowohl Google Chrome als auch Mozilla Firefox Stylish aus ihren Browsern verbannt. Warum? Die Extension soll über ein Jahr lang die Suchaktivitäten ihrer Nutzer gesammelt zu haben, wie der Software-Programmierer Robert Heaton in seinem Blog-Post aufzeigt.

Keine umfassende Sicherheit vor umfassendem Datenmissbrauch

Heaton, bislang selbst Nutznießer der anpassbaren Stylesheets für Webseiten, legte offen, dass SimiliarWeb seiner Extension umfangreiche Berechtigungen verpasste, um den Browser-Verlauf von Nutzern zu erfassen. "Leider wurde Stylish seit Januar 2017 um eine Bonus-Spyware erweitert, die jede einzelne Website aufzeichnet, die ich und 2 Millionen andere Nutzer besuchten", so Heaton, dem man seine Fassungslosigkeit über das mögliche Ausmaß deutlich anmerkt.

Stylish sendet unsere vollständige Browseraktivität zusammen mit einer eindeutigen Kennung an die Server zurück. Dies ermöglicht es dem neuen Besitzer, SimilarWeb, alle Aktionen eines Individuums in einem einzigen Profil zu verbinden.

Robert Heaton

Denn obwohl SimilarWeb in den Datenschutzrichtlinien angibt, keine personenbezogenen Daten zu sammeln, sei es mithilfe von persönlichen Kennungen, der vollständigen Browser-Historie und "genügend anderer Daten" theoretisch möglich, die auf SimilarWeb-Servern angelegten Profile mit E-Mail-Adressen oder realen Identitäten zu verknüpfen. Somit sei selbst der Verzicht auf die Erhebung personenbezogener Daten als der minimalste aller Kompromisse hinsichtlich des Datenschutzes nicht mehr gewährleistet und deshalb so schwerwiegend.

Zumindest Google und Mozilla zeigten nach Bekanntwerden sofort Initiative und schützen auf diese Weise weitere Nutzer vor dem Download der populären Stylish-Extension. Für alle anderen, die wie Heaton seit Anfang 2017 vertrauensvoll auf die Dienste zugegriffen haben, bleibt nur zu hoffen, dass die Server von SimilarWeb vor dem Zugriff Dritter hinreichend geschützt sind und sich dieser Vorfall schnell aufklärt.

Quelle: iafrikan.com

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