Play Store betroffen

Tausende Android-Apps bedrohen die Privatsphäre von Kindern

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Tausende von Apps aus dem Google Play Store sollen Online-Aktivitäten von Kindern verfolgen und unerlaubt Nutzerdaten sammeln. Obwohl dies (nicht nur in den USA) klar verboten ist und Gesetze gebrochen werden, kommt die Untersuchung zu einem ernüchternden Ergebnis.

Das Thema Datenschutz nimmt auch in der breiten Öffentlichkeit wieder Fahrt auf – nicht zuletzt, weil mit Facebook das größte soziale Netzwerk massiv in der Kritik steht. Es wird wieder skeptischer hinterfragt und an Apps gezweifelt, die eigentlich durch Gesetze und App-Store-Richtlinien einen Vertrauensvorschuss von Nutzern bekommen haben.

Nun hat ein US-Forscher-Team herausgefunden, dass von 5.855 Apps – die im Google Play Store als familienfreundlich gekennzeichnet wurden - insgesamt 3.337 unberechtigterweise Daten sammeln. Generell ist dies bereits erschreckend, nur sind davon nicht selten Kinder betroffen, die neben dem Richtlinienschutz vom Play Store selbst zudem noch unter den sogenannten "Children’s Online Privacy Protection Act" (kurz COPPA) fallen. Dieser sieht als besonderen Schutz für minderjährige vor, dass Kinder bis 13 Jahren nicht getrackt werden dürfen.

Apps sammeln Standort- und Kontaktinformationen von Kindern

Zwar gab es nur eine besonders geringe Zahl an Apps, die wirklich eklatant gegen geltendes Recht verstoßen, doch gehen 2.281 Programme laut der Untersuchung nicht mal mit Googles Nutzungsbedingungen konform. 281 Apps zeichneten die Kontakt- oder Standortinformationen auf, ohne dafür eine Erlaubnis von Eltern einzuholen. Weitere 1.100 Apps sammelten Informationen, mit denen sich Anwender identifizieren lassen und teilten diese mit Dritten.

281 Apps sammeln die Kontakt- oder Standortinformationen, ohne elterliche Erlaubnis einzuholen.

Laut einem Bericht von 'Engadget' sind die Forscher zwar davon überzeugt, dass sich die besagten Apps gefährlich nahe an der Grenze zur Illegalität bewegen, allerdings sei es aufgrund der schwammigen Gesetzeslage schwierig, ihre Entwickler zur Rechenschaft zu ziehen. Denn das angesprochene COPPA-Gesetz, das Kinder vor Tracking schützen soll, sei möglicherweise nicht stark genug. Apps müssten sich demnach daran halten, wenn ihre Dienste deutlich für die Altersklasse bis 13 Jahren ausgelegt wären, oder man eine tatsächliche Kenntnis solcher Nutzer hätte. Sie haben also eine Grauzone gefunden, mit der sich dieses Vorgehen scheinbar rechtfertigen lässt.

Mit dem automatischen Tool, das die Forscher zur Identifikation der 3.337 Apps benutzen, haben Google und Co. jetzt zumindest ein Werkzeug zur Hand, um Maßnahmen gegen dieses Vorgehen einzuleiten.

Quellen: engadget.com

Hier erfährst du mehr über: GoogleDatenschutz und Sicherheit

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2 Kommentare
Dennie

Für meine Begriffe eine gute Lösung, dass ihr auf Threema setzt. Und ja, am Ende sind es die Eltern, die ein Auge darauf haben müssen, mit welchen Apps die Kleinen so hantieren. In diesem Fall ist es für Eltern allerdings schwierig zu erkennen, dass die besagten Apps sich einfach nicht an die Richtlinien halten. Wir benötigen verlässliche Quellen und das Durchsetzen von bestehenden Gesetzen und Richtlinien, um sowohl die Kinder als auch die Erziehungsberechtigten vor weiteren Datenschutzverfehlungen zu schützen. Das kann meines Erachtens nur von Plattformen und Gesetzgebern umgesetzt werden.

Felicita

Letztendlich liegt es in der Verantwortung der Eltern, nicht der Apps, auf die Daten Ihrer Kinder (und auch auf Ihre eigenen aufzupassen). WhatsApp hat kürzlich das Mindestalter raufgeschraubt, na und? Sie sollten lieber aufhören Daten zu sammeln. Eltern sollten Ihren Kindern beibringen, über sichere Kanäle zu kommunizieren. Wir in der Familie verwenden Threema, es gibt aber auch andere. So werden sowohl meine als meines Sprosses Daten vor Datenkraken geschützt.