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Kein Fernzugriff für den Fake-Support

Telefonbetrug: Windows 10 Nutzer im Visier von Abzockern

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Um sich auf Kosten anderer zu bereichern, ist vielen Kriminellen keine Methode zu dreist. Der neueste Trend: 'Tech Support Scamming.' Bei dieser Masche wird den Opfern zuerst Angst gemacht und dann die Kontrolle über den eigenen PC abgeschwatzt. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich davor zu schützen.

Windows 10 läuft mittlerweile auf einem Großteil aller PCs . Warum auch nicht? Mittlerweile hat sich bei Microsoft ein halbjährlicher Update-Turnus eingependelt, der das Betriebssystem unterm Strich jedes Mal ein kleines Stückchen benutzerfreundlicher macht. Dass in fast jedem Haushalt mit einem PC inzwischen Microsofts aktuellstes Desktop-OS läuft, wissen aber natürlich nicht nur die guten, sondern auch die bösen Jungs. Und Letztere sind ja bekanntlich stets auf ihren eigenen Vorteil aus, natürlich auf Kosten argloser Anwender. Jetzt ist dem Antivirus-Hersteller 'Avira' zu Ohren gekommen, dass momentan verstärkt eine besonders perfide Masche die Runde macht: Sogenanntes 'Tech Support Scamming.'

Tech Support Scamming: Dreister Betrug in 3 Schritten

Die Vorgehensweise dabei ist meistens gleich: Per Telefonanruf meldet sich jemand, der sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgibt. Dieser behauptet dann, dass mit dem Rechner des Opfers etwas nicht stimme. Zum Beispiel, dass er jede Menge Fehlermeldungen ausspucke oder gar virenverseucht sei. Der verdutzte Nutzer wird dann gebeten die 'Ereignisanzeige' unter Windows 10 zu öffnen.

Dort bietet sich dem Angerufenen besonders unter der Ansicht 'Administrative Ereignisse' ein Anblick, der zunächst tatsächlich beunruhigend erscheint: Selbst auf gesunden Systemen finden sich hier in der Regel viele Warnmeldungen, oftmals mit der Bezeichnung 'Fehler' und einem rot umrandeten Ausrufezeichen. Dass diese aber in den meisten Fällen unbedenklich sind, wissen viele nicht.

Ist das Opfer verunsichert genug, folgt Phase 2: Der Fake-Support bittet den Nutzer eine Software zu installieren, mit der ein Fernzugriff möglich ist - angeblich, um das vermeintliche Chaos auf dem PC zu beseitigen. Tatsächlich aber treibt er damit allerhand Unheil. Laut Avira kann der Angreifer so unter anderem Schadprogramme installieren, zum Beispiel eines von diesen hier, um im Nachgang eine Erpressung anzuleiern. In dem Glauben, man wolle ihm nur helfen, bekommt der Nutzer von alledem jedoch nichts mit.

Der Betrüger verlangt für den "Support" sogar eine Bezahlung.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, folgt dann Phase 3: Der 'Support' bittet den überrumpelten Nutzer nun, ihn für seine Mühen zu entlohnen. "Und weil der 'Service-Mitarbeiter' schließlich sowieso bereits den PC des Opfers steuert, ist er auch gleich so freundlich und bietet an, die Online-Überweisung vorzunehmen", heißt es im Avira-Blog.

Wer besonnen bleibt, hat nichts zu befürchten

Wie so häufig, hilft es in einem solchen Betrugsfall, einmal einen Schritt zurück zu gehen und sich Folgendes zu fragen: Würde ein milliardenschwerer Konzern mich wirklich persönlich anrufen, um mich über mein unsauberes System zu informieren? Ist das Angebot, meinen Computer fernzusteuern, auch nur ansatzweise seriös? Gibt es da draußen vielleicht Menschen, die versuchen, aus meiner Naivität Kapital zu schlagen? Lauten die Antworten auf die ersten beiden Fragen "Nein" und die auf die letzte "Ja": Wortlos auflegen. Wenn ihr den Verdacht habt, dass euch jemand mit dieser Masche übers Ohr hauen wollte (oder es bereits geschehen ist), solltet ihr den Betrugsversuch über dieses Formular direkt an Microsoft melden und die Polizei informieren.

Quelle: Avira

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