Netzneutralität

Telekom: Datendrosselung gilt auch für Spotify-Streaming

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung zur Netzneutralität, behandelt die Telekom Spotify-Streams wie jedes andere Datenpaket. Ist das tariflich eingekaufte Datenvolumen mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit aufgebraucht, wird das Musikstreamen über das Mobilfunknetz quasi unmöglich.

Es ist die Nachricht des Tages: Abo-Kunden von Spotify werden scheinbar übers Ohr gehauen, sobald das Prinzip der Netzneutralität angewandt wird. Ist das tatsächlich der Fall? Dafür muss man zunächst den Sinn der neuen EU-Verordnung, die ab Ende April gilt, begreifen. Ohne Netzneutralität profitieren vor allem finanzstarke Unternehmen, die sich bei Providern einkaufen und Kunden ihre Dienste ohne Belastung des Datenvolumens anbieten. Damit wird kleineren Unternehmen der Markteintritt erschwert.

Auf lange Sicht dient die Gleichbehandlung von Datenpaketen angeblich der Verhinderung von Monopolbildungen - und somit letztendlich auch dem Verbraucher. Im Fall von Spotify dürften User, die für ihr Flatrate-Abo knapp 10 Euro pro Monat zahlen, von der Drosselung des Streams nicht begeistert sein. Es gibt jedoch Kompromisslösungen: Zunächst empfiehlt es sich Spotify (wenn möglich) im eigenen WLAN oder über einen Hotspot zu benutzen.

Die Telekom und das Zwei-Klassen-Netz

Wer genügend Speicherplatz auf dem Smartphone hat, sollte sich außerdem mit der Offline-Funktion vertraut machen. Raum für spontanes Streaming unterwegs bleibt so aber nicht. Laut Telekom werde das Spotify-Modell mit Wirkung zum 28. April geändert. Das Streamen von Songs taste zwar auch weiterhin nicht das Inklusivvolumen an, aber sobald das vertragliche Datenvolumen durch die Nutzung anderer Dienste aufgebraucht sei, unterliege auch Spotify der Geschwindigkeitsdrosselung auf 64 Kilobit pro Sekunde.

Trotz diverser Argumente für die kommende EU-Versordnung existiere trotzdem ein "Zwei-Klassen-Netz durch die Hintertür", so Tomas Rudl von netzpolitik.org. Grund dafür sei, dass "Zero-Rating-Angebote, also Dienste, deren Nutzung vom monatlichen Datentransfervolumen ausgeklammert wird" nach wie vor erlaubt seien.

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