Veränderung der Richtlinien

Twitter: "Verified Accounts" – jetzt auch für Normalsterbliche

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Ein kleines blaues Häkchen verrät Twitter-Usern, ob Mitglieder der Social Community durch den Kurznachrichtendienst verifiziert wurden. Seit gestern dürfen auch Otto Normalverbraucher versuchen ihr Konto bestätigen zu lassen. Wir haben eine schlüssige Theorie, woher diese Entscheidung seitens Twitter auf einmal kommt.

Twitter, das ist schon auffällig…

PostGhost.com Screenshot

Shutdown: Twitter gewährte dem Service eine 24-Stunden-Frist, um die Inhalte der Webseite offline zu nehmen.  

Quelle: (Eigener Screenshot) PostGhost.com 

PostGhost.com Screenshot

Shutdown: Twitter gewährte dem Service eine 24-Stunden-Frist, um die Inhalte der Webseite offline zu nehmen.  

Quelle: (Eigener Screenshot) PostGhost.com 

Erst vor Kurzem wies Twitter die Betreiber der Seite PostGhost.com an, ihren Online-Service einzustellen, da dieser gegen die Datenschutzrichtlinien verstoße. PostGhost ist ein Portal, das sich der Archivierung und öffentlichen Darstellung von Tweets verschrieben hat, die prominente Persönlichkeiten und Politiker einmal gepostet hatten – dann aber wieder gelöscht haben.

Sinn des Tweet-Archivs war es, dass Personen, die durch ihre Popularität die gesellschaftliche Meinung beeinflussen, zur Rechenschaft ziehen zu können für das, was sie getweetet haben. Zum aktuellen Zeitpunkt ist PostGhost.com nach wie vor inaktiv, lediglich die Aufforderung durch Twitter, den Dienst einzustellen und das Antwortschreiben der Seitenbetreiber wird noch auf der Webseite angezeigt.

Der Knackpunkt dabei: Durch den Verifizierungsprozess, den Twitter ausschließlich berühmten Personen des öffentlichen Lebens zugestand, legte der Kurznachrichtendienst selbst fest, dass bestimmte Konten und Tweets von hohem öffentlichem Interesse sind. Genau das ist das Argument von PostGhost, weshalb die Archivierung dieser 140-Zeichen-Nachrichten von Sportlern, Musikern, Celebrities und Politikern so wichtig sei.

Plötzlich darf es jeder versuchen

Die Auseinandersetzung mit PostGhost nahm ihren Lauf am 6. Juli 2016. Da ist es doch schon recht verdächtig, dass Twitter nur zwei Wochen später versucht, den Umgang mit "verified accounts" zu verändern.

Um das eigene Konto bestätigen zu lassen, muss ein Online-Formular ausgefüllt werden, in dem unter anderem eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse und weitere Angaben gemacht werden müssen. Ein korrektes Profilfoto, welches tatsächlich den Nutzer zeigt, ist ebenfalls eine Voraussetzung, genauso wie die Verwendung des echten Namens. Auch wer alles korrekt ausfüllt, erhält nicht zwangsläufig den angestrebten blauen Haken. Es muss ein gewisses Maß von öffentlichem Interesse nachgewiesen werden.

"Wir hoffen, dass das Öffnen des Bewerbungsprozesses dazu führt, dass mehr User großartige Accounts zum Folgen finden und die "creators" und "influencer" in der Lage sind, sich mit einem größeren Publikum zu verbinden", sagte Tina Bhatnagar, Twitters Vice President im Bereich Kundenservice. Ob das tatsächlich der einzige Grund ist, darf im Hinblick auf die PostGhost-Auseinandersetzung bezweifelt werden.

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