Es war einmal ein gutes Internet

US-Studie zeigt: Das Internet verliert an Vertrauen

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von Benjamin Krämer -

Das Internet begann als demokratische, anonyme Vernetzung der (Daten-)Welt und erfreute sich in der Anfangszeit großer Beliebtheit sowie großer Reputation. Heute jedoch sind durch Datenskandale und Negativschlagzahlen auch andere Stimmen hinzugekommen. Laut einer US-Studie ändert sich die Sichtweise - langsam, aber merklich.

Erst vor wenigen Tagen berichteten wir über den Gründer des World Wide Web Tim Berners-Lee, der sich während einer Rede vor Studenten und Dozenten des Massachussets Institite of Technology (MIT) darüber beschwerte, dass das Internet von einer Utopie in seiner Anfangszeit zu einer Dystopie heute geworden sei. Seiner Meinung nach sei aus einer Idee der Demokratisierung und Anonymisierung heute ein Alptraum geworden, in dem Daten missbraucht und die Nutzer des Internets zu Produkten degradiert würden.

Er forderte gar ein neues Internet, das auf den Grundprinzipien der frühen Tage basiere. Berners-Lee schlägt damit in eine Kerbe, die in der Gesellschaft immer tiefer wird: Das Vertrauen in das Internet als eine "gute Sache" schwindet - das bestätigte nun auch eine gerade erschienene Studie des Forschungsinstituts 'Pew Research' in den USA. Befragt wurden US-Amerikaner zu Fragen rund um die positiven oder negativen Effekte des Internets.

Das Vertrauen schwindet langsam aber sicher

Das Internet wird noch immer als überwiegend positiv für das Privatleben und die Gesellschaft angesehen. Doch die positive Einstellung schwindet.

In konkreten Zahlen lassen sich die Ergebnisse von Pew Research so zusammenfassen: 70 Prozent der Befragten glaubten, dass das Internet einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft habe (2014 noch 76). Anders sieht es aber im persönlichen Bereich aus. Auf die Frage, ob das Internet einen positiven Einfluss auf das persönliche Leben habe, antworteten 88 Prozent mit ja (2014 noch 90).

Es gibt also eine Kluft zwischen dem privaten Nutzen (schnellere Kommunikation, Vereinfachung von Schriftverkehr durch E-Mails) und dem empfundenen gesellschaftlichen Nutzen. Interessanterweise gaben auch 32 Prozent der Studienteilnehmer an, dass Facebook einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft habe - die Befragung fand wohlgemerkt vor dem Datenskandal statt.

Zur Originalstudie geht es hier.

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