Große Studie zum AR-Game

Verlängert Pokémon Go das Leben?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Pokémon Go ist gut für die Fitness und verlängert sogar das Leben - dies wollen Forscher jetzt mit einer groß angelegten Studie bewiesen haben. Stimmen die Ergebnisse der Autoren der Arbeit, könnten Spiele-Apps wie Pokémon Go bald sogar einschlägigen Fitness-Apps den Rang ablaufen.

Pokémon Go animiert zur Bewegung und treibt auch Stubenhocker an die frische Luft - vermutet hatten wir es ja alle schon, und jetzt will es auch die Forschungsabteilung von Microsoft nachgewiesen haben. Mehr noch: Anhand einer Stichprobe von etwa 32.000 Pokémon Go spielenden US-Bürgern ist es den Forschern um Autor Tim Althoff offenbar gelungen, in einer 30-tägigen Studie einen Zusammenhang zwischen dem Interesse an Niantics Mobile-Blockbuster und dem allgemeinen Gesundheitszustand nachzuweisen.

144 Milliarden Schritte mehr

"Wir fanden heraus, dass Pokémon Go die körperliche Aktivität bei Männern und Frauen aller Altersgruppen, BMI-Werte und Aktivitätsgrade erhöht."

Althoff et al.

Bekannntlich ist der Spieler in Pokémon Go angehalten, mit dem Smartphone in der echten Welt auf Monsterjagd zu gehen und Pokémon-Nachwuchs durch Zurücklegen von teils zehn Kilometer langen Strecken zum Schlüpfen zu bewegen.

In der kurzen Zeitspanne der Messung habe Pokémon Go durch dieses Spielprinzip allein für zusätzliche 144 Milliarden Schritte bei den Nutzern gesorgt. Sehr engagierte Spieler kämen auf bis zu 1.473 Schritte mehr pro Tag - was sich direkt auf die Lebenserwartung auswirke: Über zusammengenommen knapp drei Millionen Lebensjahre könnten sich allein die Spieler in den USA freuen.

Pokémon Go sogar effektiver als Fitness-Apps

Pokémon Go mache in Teilen sogar einen besseren Job als gängige Gesundheits-Apps, denn das Spiel erreiche auch eine Zielgruppe, die sich eher wenig bewegt und mit Fitness eigentlich kaum etwas am Hut hat. "Die Resultate sind insofern ermutigend, als sie zeigen, dass positive Effekte auch bei vornehmlich im Sitzen tätigen, fettleibigen oder älteren Nutzern auftreten", heißt es im Forschungspapier.

Allerdings weisen die Forscher selbst darauf hin, dass ihre Studie nicht repräsentativ ist, denn die untersuchte Stichprobe bestand durch die Bank aus Nutzern von Fitnesstracker-Armbändern, die mit der Bereitstellung ihrer Daten einverstanden waren. Zudem wurden hauptsächlich Daten von männlichen Spielern erhoben. Umfragen oder direkte Interviews wurden ferner nicht durchgeführt.

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