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Erste Tests

Von der Gemeinschaft zum Bezahlservice: Facebook testet Abo-Modell für Gruppen

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Exklusiver Content erstellt sich nicht von allein, auch nicht in Facebook-Gruppen. Zu diesem Zweck plant das soziale Netzwerk, seinen Content-Creators und Gruppen-Admins ein Tool an die Hand zu geben, mit dem sie Mitglieder zur "Investition in die Gemeinschaft" einladen können. Facebook selbst könnte ebenfalls Profit daraus schlagen.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist das soziale Netzwerk Facebook wohl in seinen Gruppenfunktionen fündig geworden. Wie 'Techcrunch' berichtet, spielt die Plattform mit der Idee, Gruppen-Administratoren mit der Möglichkeit auszustatten, einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zwischen 4,99 und 29,99 US-Dollar zu erheben.

Zunächst bedeutet das aber nicht, dass ihr für eure Gruppenmitgliedschaft zahlen müsst, denn bislang testet Facebook diese Option hauptsächlich in englischsprachigen Gruppen, die als spezielle Untergruppen hochqualitativen Content liefern. Facebook spielt generell mit verschiedenen Optionen, die Seite zu monetarisieren – da kommt der von Admin-Seite herangetragene Wunsch nach Investitions-Tools gerade recht.

Exklusiver Content gegen Bezahlung in Facebook-Untergruppen

Facebooks Gruppenverwaltung für Admins auf einem Smartphone

Zukünftig könnten Gruppen-Admins bald generell über das Android- und iOS-Tool Mitglieder in exklusive Gruppen einladen, die einem Abo-Modell unterliegen.  

Quelle:  newsroom.fb.com 

Facebooks Gruppenverwaltung für Admins auf einem Smartphone

Zukünftig könnten Gruppen-Admins bald generell über das Android- und iOS-Tool Mitglieder in exklusive Gruppen einladen, die einem Abo-Modell unterliegen.  

Quelle:  newsroom.fb.com 

Als eine Art von Aufwandsentschädigung für Gruppen-Admins soll sie gesehen werden, die flexible Abo-Schranke für Facebook-Gruppen. Bislang sind vor allem eine Handvoll Koch- und Do-it-Yourself-Gruppen Ziel des Testlaufs, die ihre Mitglieder beispielsweise regelmäßig mit wöchentlichen Ernährungsplänen, Video-Tutorials oder Listen mit College-Beratern versorgen – alles mit großen Mehrwert und demnach auch mit großem Aufwand für die Content-Ersteller verbunden.

Dass die sich ein Tool wünschen, mit denen sie ihre Gruppenmitglieder zu einer Aufwandsentschädigung für exklusive Inhalte auffordern können, ist kein Verbrechen – dem Kind einen anderen Namen zu geben, in dem man den Mitgliedern eine "Investition in die Gemeinschaft" ans Herz legt, ist dann für unsere Begriffe aber doch Augenwischerei.

Eine "Gemeinschaft" ist laut Definition eine soziale Gruppe, in der jeder seinen Teil zum Erhalt beiträgt. Aber: Einer erstellt etwas und die anderen zahlen – das ist simpler Verkauf von Informationsdienstleistungen. Das im Hinterkopf und es wird ein Schuh daraus, denn schließlich steht es jedem frei beizutreten oder eben nicht.

Gewaltiges Potenzial: Gruppenmitglieder werden auf 1 Milliarde beziffert

Facebook verspricht sich vom Abo-Modell also eine Förderung der Content-Ersteller und möchte zunächst keine Gebühren verlangen. In der Zukunft könnte das soziale Netzwerk dann prozentuale Anteile erheben, die sich gewaschen haben, denn Techcrunch beziffert die Nutzer von Gruppenfunktionen auf rund 1 Milliarde Mitglieder.

Gruppenmitglieder, die dem Abo-Modell positiv gegenüberstehen, können demnach mehr hochqualitativen Content erwarten, weil sie in die Gemeinschaft investieren. Zunächst muss ein Nutzer allerdings in einer Hauptgruppe sein, in der der Admin Zugriff auf die Abonnement-Optionen hat – erst dann kann dieser Einladungen für neue Mitglieder in den exklusiven Untergruppenkreis verschicken.

Quellen: newsroom.fb.com, techcrunch.com

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