#deletefacebook? Nö!

Von wegen Vertrauenskrise: Facebook vermeldet Nutzerrekord

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von Benjamin Krämer -

Facebook konnte gute Nachrichten gut gebrauchen und die gibt es jetzt anscheinend: Nach Woche um Woche mit immer neuen Enthüllungen und immer tieferen Sümpfen im Datenskandal um das Soziale Netzwerk und Cambridge Analytica vermeldet Mark Zuckerberg heute neue Rekorde. Sowohl bei den Nutzerzahlen, als auch bei Dingen wie Anlegerrendite und anderen Finanzkennzahlen steht sein Unternehmen gut da.

Ermüdend. So konnte man die letzten Wochen immer neue Berichte über Facebooks Verfehlungen und Cambridge Analyticas illegale Machenschaften verfolgen. Ermüdend deshalb, weil die Neuigkeiten in einem so schnellen Staccato ans Licht der Öffentlichkeit kamen, dass man sich beinahe erschlagen fühlte. Mit der Zeit wurden Neuigkeiten vielerorts nur noch durchgewunken oder mit einem müden "Skandal halt" abgetan. Das ist natürlich fatal und sollte Zuckerberg nicht aus der Pflicht nehmen, nur weil das öffentliche Interesse nachlässt. Doch der junge Firmenchef scheint genau von dieser Entwicklung zu profitieren: Das Thema ist medial abgenutzt. Doch als wäre das nicht schon Grund genug zur Freude in Menlo Park, verkündete Mark Zuckerberg heute auch noch hervorragende Zahlen zur Nutzerstatistik und Unternehmensbilanz im ersten Quartal 2018.

Skandal? Profit! Facebook reibt sich die Hände

Betrachtet man lediglich Nutzerzahlen und Unternehmensbilanz, würde man niemals auf die Idee kommen, dass es da eine Krise gegeben haben könnte. Das ist eine schlechte Nachricht für die User.

Man könnte meinen, dass die auf Twitter gefeierte #deletefacebook-Bewegung, der immerhin Branchengrößen wie WhatsApp-Gründer Brian Acton angehörten, gar nicht existiert hätten. Denn irgendwas muss da schief gegangen sein bei all jenen, die vor Wochen noch verkündeten, ihre Accounts löschen zu wollen. Anders ist es nicht zu erklären, das Zuckerberg in einem Statement auf seiner Plattform mitteilt, dass man die Nutzerzahlen stand jetzt auf unfassbare 2,2 Milliarden monatlich steigern konnte. 1,4 Milliarden nutzen Facebook täglich - ein Rekord!

Auch für Anleger an den Kapitalmärkten gibt es trotz der zwischenzeitlichen Talfahrt des Konzerns Grund zur Freude: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 49(!) Prozent. Auch die Rendite pro Aktie stieg um satte 63 Prozent - ein Traum für jeden Aktienhändler. Man könnte meinen, dass wir froh sein können, dass Zuckerberg bei diesen Entwicklungen überhaupt dazu bereit ist, irgendetwas zu ändern. Denn wirklich geschadet hat der Skandal ihm offenbar nicht - es sei denn, wir werden bald strengere Regularien in den USA sehen, wovon aber nicht auszugehen ist.

Zur Originalmeldung auf Facebook geht es hier. Den Finanzbericht findet ihr hier.

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