Ein kleiner Test

Was wurde eigentlich aus... Chatroulette? [Kommentar]

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Wer von euch noch die Webseite Chatroulette kennt, der wird sich erinnern, dass die eigentlich herrlich unterhaltsame Idee des weltweiten Video-Chats mit zufälligen Gesprächspartnern schnell obszöne Züge annahm. Wir haben uns gefragt: Gibt es das noch? Hat es sich verändert?

Passend zu unserem heutigen Tagesthema "Webcam-Fallen" sind wir auf die Idee gekommen, mal zu überprüfen, was die Chatroulette-Webseite heutzutage eigentlich so treibt. Überraschenderweise gibt es sie tatsächlich noch! Und das Design hat sich praktisch kaum verändert, man konzentriert sich nach wie vor auf das zufällige verbinden von Chatroulette-Teilnehmern weltweit.

Aber: Zumindest ist die Anmeldung mit einer Email-Adresse Pflicht, sowie die Eingabe einer Telefonnummer zur Versendung eines Codes zur Verifikation. Für alle, die es nicht kennen: Ähnlich wie bei Tinder, gilt auch bei Chatroulette das "Next"-Prinzip. Gefällt der Chat-Partner nicht, geht es mithilfe der F2-Taste direkt zum nächsten "Gesprächspartner". Und das erklärt bereits das gesamte Konzept.

Als Augenzeugen habe ich mir unseren Sebastian Hardt geschnappt, um gemeinsam vor der Webcam zu hocken und Chatroulette zu starten. Um nicht direkt von anderen weggeklickt zu werden, haben wir die Kamera und das Mikrofon bereitwillig aktiviert - sonst sähe unser Chat-Partner lediglich einen schwarzen Bildschirm. Als erstes durften wir einem Filmchen pornografischer Art beiwohnen, welches leider etwas zeigte, für das die Beteiligten bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe in Deutschland bekämen. Es folgten diverse männliche Geschlechtsteile in Nahaufnahme mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 50 Prozent. Dafür gab es aber auch schriftliche Nachrichten, die uns zur Entblößung weiblicher Merkmale animieren sollten. Tja... es gibt wohl Dinge, die immer bleiben, wie sie sind.

Cleveres Marketing: Live-Horror-Szenario in Chatroulette

Ein kleinen kreativen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch auch für dieses Portal. So nutzten die Filmproduzenten von Realm Pictures Chatroulette 2015 für die spannende Idee, Teilnehmer live an einem Horror-Shooter mit echten Schauspielern und Kulissen teilnehmen zu lassen. Diese hatten allerdings zu Beginn des Chats keine Ahnung, von was sie da gerade ein Teil wurden. Wie das funktionierte, zeigt dieses Video:

Wenn ihr selbst den kostenlosen Service ausprobieren solltet (und betrachtet das nicht als Empfehlung), dann beherzigt, dass jeder Teilnehmer problemlos einen Screencast machen kann und ihr selbst die Möglichkeit habt, Teilnehmer über einen entsprechend markierten Button zu melden, wenn ihr etwas Unangemessenes seht. Die Richtlinien erlauben keine nackten Tatsachen, die Portalbetreiber selbst scheinen das jedoch von sich aus nicht zu überprüfen.

p.s.: Ich habe über eine Bildergalerie mit Screenshots unserer Chatpartner nachgedacht, erspare euch das aber ;).

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