Qualität der Kommentare steigern

Wer auf dieser Website kommentieren will, muss vorher einen Test bestehen

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von Michael Springer -

Im Kommentarbereich von Web-Artikeln herrscht oft verbaler Krieg – Halbwahrheiten und Beschimpfungen erschweren eine konstruktive Diskussion. Eine norwegische Rundfunkanstalt möchte das mit einer überraschend simplen Idee ändern: Nur wer einfache Fragen zum Text beantworten kann, darf ihn anschließend kommentieren.

Der staatliche Rundfunk Norwegens, der NRK, hat mit einer relativ einfachen Idee die Qualität der Kommentare bei einigen seiner Online-Beiträge merklich gesteigert. Wenn User dort ihre Meinung zu einem bestimmten Artikel äußern wollen, müssen sie vorher drei simple Fragen zum Text beantworten – erst danach wird die Kommentarfunktion freigegeben. Diese Maßnahme schreckt anscheinend Trolle und Spammer ab, stellt gleichzeitig aber auch sicher, dass Leser grundlegende Fakten im Text nicht übersehen.

Erst lesen, dann posten: Fakten-Check gegen vorschnelle Urteile

Ob sie die Kommentar-Funktion mit einem kurzen Quiz abschirmen, bleibt dabei den Autoren überlassen. Besonders bei sensiblen Themen – man denke hierzulande an die Flüchtlings-Debatte – kann eine gewisse Faktengrundlage allerdings nie schaden. Die Fragen dürften außerdem dafür sorgen, dass User die Artikel auch tatsächlich bis zum Ende lesen, bevor sie ihre Meinung abgeben.

Aufgebrachte Leser bekommen die Gelegenheit, sich etwas zu beruhigen.

Denn nicht selten entzündet sich in den Kommentaren ein Streit über Themen und Fragen, die im Beitrag selbst längst geklärt wurden. Schnell kommt es so zu Wortschlachten, die konstruktive Diskussionen überlagern. Häufig ließen sich diese Missverständnisse vermeiden, wenn jeder Kommentator den betreffenden Artikel aufmerksam gelesen hätte. Da die Realität vielfach anders aussieht, scheint das Mini-Quiz ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.

Der NRK war mit den Ergebnissen der Testläufe jedenfalls zufrieden. Der Austausch in den betreffenden Kommentaren sei respektvoll und produktiv gewesen, Postende hätten hilfreiche Links ausgetauscht und konstruktives Feedback hinterlassen. Außerdem gebe der Fragebogen aufgebrachten Lesern Gelegenheit, sich etwas zu beruhigen und Gedankengänge noch einmal zu reflektieren.

Wir finden das Konzept erfrischend simpel und überzeugend. Wer seine Meinung zu einem Artikel äußern möchte, sollte ihn vorher auch komplett gelesen haben. Was sagt ihr dazu? Bevor ihr antwortet, müsst ihr allerdings folgende Fragen beantworten: Wer hat diesen Ansatz getestet und waren die Ergebnisse zufriedenstellend? ;)

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