Personaler schnüffeln bis die Schwarte kracht

Wer sein Social-Media-Profil nicht pflegt, hat schlechtere Job-Chancen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Schlechte Nachrichten für Facebook-Muffel ohne Job: Wer nur über ein schlecht gepflegtes Social-Media-Profil verfügt oder (noch schlimmer!) völlig auf eines verzichtet, schmälert die Chancen auf einen neuen Job mitunter beträchtlich.

Wer sich heutzutage nicht auf sozialen Medien präsentieren will, hat dazu ja nicht nur ein gutes Recht, sondern angesichts diverser Datenskandale und Gesundheitsreports in jüngster Zeit auch einige gute Gründe. Viele Personalverantwortliche, die sich um die Besetzung offener Stellen in ihrem Unternehmen kümmern, scheinen davon allerdings nichts mitbekommen zu haben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands 'Bitkom'.

Social-Media-Verweigerer mit schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Demnach informieren sich 63 Prozent der Personaler über die Mitarbeiter in spe. Zwei Drittel davon noch vor der Entscheidung, ob der Kandidat überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Und selbst nach dem Gespräch wird noch mal gestalkt: Fast jeder dritte Personalverantwortliche schmult nach dem ersten Aufeinandertreffen auf Facebook und Co. und jeder Zehnte nochmals kurz vor Zustandekommen eines Vertrags. Blöd nur, wenn der Arbeitgeber dort überhaupt nichts findet.

Blöd für den Bewerber. "Wer als Bewerber gar kein Profil in sozialen Netzwerken hat, kann seinem beruflichen Fortkommen schaden", heißt es in der Meldung von Bitkom. Für jeden sechsten Personalverantwortlichen (16 Prozent) der insgesamt 304 Befragten sei allein das Vorhandensein eines Social-Media-Profils unter Umständen ein Einstellungskriterium. Im Detail heißt das: Acht Prozent würden Social-Media-Verweigerer lediglich für "bestimmte Tätigkeiten" einstellen, die andere Hälfte würde Kandidaten ohne Profil gar nicht erst verpflichten.

Lösung: Eigene Webseite für Jobsuchende ohne Profil?

"Wer in sozialen Netzwerken nicht auftreten will, gleichzeitig aber sein berufliches Fortkommen fördern möchte, kann eine eigene Webseite einrichten und mit einem geschützten Link den potenziellen Arbeitgebern exklusiv zur Verfügung stellen", rät Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder daher Jobsuchenden. Das ist sicherlich eine gute Alternative. Ein Umdenken in Personalbüros wäre aber ebenso wünschenswert, wie wir finden. Bewerber, die bewusst auf Facebook, Instagram und so weiter verzichten, haben, wie eingangs angesprochen, möglicherweise mehr Verständnis von der Materie, als die Personalverantwortlichen selbst.

Quelle: Bitkom

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