Das wolltet ihr schon immer wissen

Wer wird neuer Vorstand im Taubenzüchterverein? Facebook will lokaler werden

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von Benjamin Krämer -

Facebook ist ein soziales Netzwerk, ebenso wie unser soziales Umfeld. Das hat sich anscheinend auch Mark Zuckerberg gedacht und kommt einmal mehr mit einer Ankündigung um die Ecke, deren Umsetzung die weltgrößte Social Media Plattform sozialer, weil lokaler, machen will. Ob das gut geht?

Erst kürzlich schallte es aus Palo Alto, dass Mark Zuckerberg dem Newsfeed von Facebook mehr 'Bedeutung' durch 'bedeutsame Interaktionen' verpassen möchte (wir berichteten). Gut, es handelt sich um ein soziales Netzwerk und sein CEO und Gründer hat bereits in der Vergangenheit mehrfach betont, dass es ihm nicht bloß um noch mehr Privatvermögen durch Shareholder-Value geht, sondern darum, die Nutzer in ihrem Alltag glücklicher zu machen. Bisher klang all das eher nach einem Lippenbekenntnis oder PR-Kalkül. Doch dann stellte sich heraus, dass Zuckerberg es ernst meinte und gesponserte Artikel ohne viel Interaktion einschränkte. Seine Aktien verloren an Wert und trotzdem bleibt er dabei: Facebook soll sich von einer Werbeplattform wieder mehr in Richtung soziales Medium entwickeln.

Lokalnachrichten à la Facebook

Um sich zum Wohl der Gemeinde einzusetzen, müssten die Menschen laut Zuckerberg erst einmal erfahren, was um sie herum überhaupt geschieht und möglich ist.

Neben einer Bevorzugung von Beiträgen mit hoher Interaktionsrate und ähnlichen Interessen mit unseren Freunden, sieht Zuckerberg einem neuen Post zufolge auch die Einbindung von mehr Lokalnachrichten als wirksames Mittel zur Umsetzung der neuen Bedeutsamkeits-Offensive. Die Argumentation scheint schlüssig: Wenn Menschen ständig vom Weltgeschehen lesen, hat das häufig keine unmittelbare Auswirkung auf ihr Leben. Es verdüstert höchstens ihren Blick auf die Welt: Hier ein Erdbeben, da ein Terroranschlag, wieder ein Verbalausfall von Trump. Wirklichen Einfluss auf die Lebenswelt der User haben dagegen Veränderungen in ihrer Stadt und ihrem Bezirk. Wer hier in ein Amt gewählt wurde, welche Neuigkeiten es in der Stadtversorgung gibt, welche kulturellen Angebote existieren - all das wirkt sich direkt auf den eigenen Alltag aus.

Die User wollen es, die Zahlen unterstützen es

Zuckerberg weist in seinem Ankündigungspost darauf hin, dass viele Nutzer entsprechendes Feedback geben und sich mehr Lokalmeldungen wünschen. Außerdem gebe es eine Reihe Studien, die belegen, dass diejenigen Menschen, die mehr Lokalnachrichten lesen, sich auch häufiger lokal engagieren. Das ist sozial und das gefällt Zuckerberg. Mit ein wenig Zynismus könnte man allerdings einwenden, dass eher ältere Menschen entsprechende News lesen und sich ohnehin auch eher engagieren. Aber sei's drum. Was heißt das praktisch? Für uns erst einmal: nichts. Wie immer probiert Facebook auch diese Neuerung erst einmal exklusiv in den USA aus und: Die einzige wirkliche Änderung ist, dass jene Lokalangebote, die mit 'Gefällt mir' markiert wurden, höher gerankt werden als zuvor. Wer keine entsprechenden Seiten geliked hat, wird auch zukünftig nicht mehr aus seiner Region erfahren als zuvor.

Hier gibt es den Originalpost von Mark Zuckerberg zum Nachlesen:

Schwarzer Text auf weißem Grund

Original-Post von Mark Zuckerberg zu den Änderungen.

Quelle: (Screenshot / Mark Zuckerberg)  Facebook.com 

Schwarzer Text auf weißem Grund

Original-Post von Mark Zuckerberg zu den Änderungen.  

Quelle: (Screenshot / Mark Zuckerberg)  Facebook.com 

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