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Werbetreibende wehren sich gegen AdBlocking

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

AdBlocker beeinträchtigen bekanntlich das weltweite Advertising Business der Publisher - und denen reicht es jetzt! In der Woche vor Ostern taten sich mehrere französische Medienfirmen zusammen, um sich gemeinsam gegen die Nutzung von Add-ons auszusprechen, die Banner und Pop-ups auf ihren Webseiten deaktivieren.

Eine Werbekampagne für mehr Werbung! So wird der ein oder andere User die Aktion der französischen Tageszeitung Le Figaro wohl aufgefasst haben, die den Content ihrer Webseite kurzzeitig allen verweigerte, die ihre Browser um eines der populären AdBlock-Programme erweitert hatten. Besucher der Webseite sahen keine Nachrichtenartikel auf lefigaro.fr, sondern ein Bild des neuseeländischen Rugby-Teams bei der Aufführung des Haka-Kriegstanzes.

Andere Medienunternehmen wie Le Monde, Le Point, Marie Claire, Deezer und RTLNet sprachen sich ebenfalls gegen die beliebten Add-ons aus. Aktuell sind die Inhalte der Webseite von Le Figaro wieder allen zugänglich, jedoch findet man in einzelnen Artikelseiten noch Hinweise auf die Kampagne (siehe Bild). In ähnlicher Form bildet sich seit Dezember 2015 in Schweden eine vereinte Front der Publisher.

Screenshot Le Figaro Anti-AdBlocking Kampagne

Screenshot der Anti-AdBlocking Kampagne der fränzösischen Tageszeitung "Le Figaro"  

Quelle: (Screenshot)  Le Figaro 

Screenshot Le Figaro Anti-AdBlocking Kampagne

Screenshot der Anti-AdBlocking Kampagne der fränzösischen Tageszeitung "Le Figaro"  

Quelle: (Screenshot)  Le Figaro 

Ohne Werbung kein Gewinn

Auf der einen Seite stehen die User, die überall im Netz mit Angeboten bombadiert werden und nervige Werbung verhindern wollen, auf der anderen Seite stehen die zahlreichen Medienunternehmen, die von den Werbeeinnahmen zum Teil wirtschaftlich abhängig sind. Oliver von Wersch, Managing Director Growth Projects & Strategic Partnerships bei Gruner + Jahr, äußerte sich auf dem Digital Innovators Summit (Berlin) ebenfalls zum Thema: „Qualitätsjournalismus wird immer Geld kosten, und das wird entweder von Werbekunden oder von den Nutzern bezahlt“.

Gruner + Jahr experimentiert in puncto Anti-AdBlocking mit unterschiedlichen Methoden, die erfolgversprechend zu sein scheinen. So sei auf geo.de die AdBlock-Quote um 43 % gesunken und auf essen-und-trinken.de um 38 %. Auch auf weiteren Portalen der Verlagsgruppe führten Zugangsbeschränkungen beim Nutzen von AdBlockern vielfach zu einer Deaktivierung der Erweiterung. Auf gala.de, brigitte.de und urbia.de findet eine andere Strategie Anwendung: Hier wird der User lediglich auf die Bedeutung der Werbung für das wirtschaftliche Überleben einer Plattform hingewiesen. Auch diese Strategie geht auf – wenngleich nicht so erfolgreich wie die Bezahl-Methode.

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