Konsequenzen aus Brüssel

Werbung und Jugendschutz: EU zieht YouTube die Daumenschrauben fester

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von Benjamin Krämer -

Die Themen Jugendschutz und Schleichwerbung begleiten YouTube bereits seit seiner Gründung als Videoplattform für Jedermann, doch besonders in den letzten zwölf Monaten hat der Ruf des Portals stark gelitten. Grund waren umstrittene Videos, fehlender Jugendschutz und sich wie ein Lauffeuer verbreitende Verschwörungstheorien. Die EU reagiert jetzt mit einem strengen Regelwerk.

Die letzten Wochen und Monate waren ein Auf und Ab für YouTube. Erst beherrschten Berichte über verstörende und gefährdende Kindervideos mit Millionen Klicks die Netz-News, dann filmte der beliebte YouTuber Logan Paul eine Leiche im Suicide Forest in Japan auf geschmacklose Art und Weise und nutzte das Ganze, um noch mehr Follower zu generieren und sich seine Späße zu erlauben. Auf jeden neuen Skandal folgte eine Entschuldigung YouTubes und Ankündigungen über wichtige Änderungen. Man sperrte zum Beispiel Logan Paul aus VIP-Werbegruppen, behielt bestimmten Videos seiner Sammlung Monetarisierungsmöglichkeiten vor und gab an, deutlich mehr Moderatoren anzustellen und strenger zu werden. Die Krone setzte dem Ganzen ein Brandbrief ehemaliger Social Media Manager auf, die davor warnten, dass unter anderem YouTube die Gesellschaft gefährde und zersetze. All dieses Auf und Ab ist offenbar auch der EU nicht entgangen, die bereits gegenüber Facebook streng auf den Plan getreten ist. Jetzt entschied man sich in Brüssel auch für schärfere Regularien in Bezug auf Werbung und Jugendschutz bei YouTube.

Neue EU-Maßnahmen betreffen auch andere Streaming-Dienste

Die EU scheint ihrer Linie treu zu bleiben, weltweit in Sachen Regulierung von Online-Medien voranschreiten zu wollen.

Über konkrete Details der neuen Regeln ist noch nicht viel bekannt, außer, dass sich die entsprechenden Ausschüsse geeinigt haben und damit der Weg frei ist. Bekannt ist allerdings, dass neue Regularien für Fernsehen, Video-on-Demand-Plattformen und Online-Videos gleichzeitig in Kraft treten werden. Eingebunden in neue Gesetze wird auch Facebook, betonen EU-Parlament und EU-Kommission durch ihre medienpolitische Sprecherin Petra Kammerevert von der SPD. Sie weist darauf hin, dass aktuell zu wenig getan werde, wenn Nutzer Videos meldeten, die mit Gewalt-, Hass- oder Terrorismus-Botschaften versehen sind. Konkret soll im selben Schritt auch strenger geregelt werden, wie Werbung, Sponsoring und Produktplatzierungen kenntlich gemacht werden müssen, da laut Kammerevert auch hier deutliche Defizite bei einschlägigen Anbietern wie YouTube herrschten. Ein abschließender Gesetzeskatalog wird im Laufe des Juni erwartet.

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