Von der Utopie zur Dystopie

WWW-Gründer wünscht sich ein neues Internet, das freier und freundlicher ist

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von Benjamin Krämer -

Einer der größten Internetpioniere und Gründer des World Wide Web, Tim Berners-Lee, hat sich bei einer Diskussion am Massachussets Institute of Technology (MIT) dafür ausgesprochen, das Internet wieder zu seinen demokratischen und freien Wurzeln zu führen. Es benötige demnach ein neues Internet, das sich auf seine alten Stärken besinnt.

Der britische Computerwissenschaftler Tim Berners-Lee ist nicht nur Vordenker des Internets und Gründer des World Wide Web, sondern auch ein ausgesprochener Kritiker des aktuellen Zustands, in dem sich das Internet zurzeit befindet. Während einer Vorlesung am MIT sprach er von den Anfangsjahren des WWW und darüber, wie er und seine damaligen Kollegen in ihm ein freies, anonymes Netzwerk sahen, in dem die Daten eines jeden geheim und sicher seien.

Man habe natürlich gewusst, dass es viel "Müll" geben würde, sei aber davon ausgegangen, dass man den einfach ausblenden könne, indem man ihn nicht anschaut. Heute sei es aber so, dass mit "Müll" Geld verdient werde und die Nutzer damit bombardiert werden. Kurzum: In Berners-Lees Augen hat sich das Internet von einer Utopie vor 29 Jahren zu einer Dystopie in 2018 entwickelt. Noch in den 90ern hätte er geglaubt, dass das Internet dazu beitragen würde, einen Ort der Konstruktivität, des Lernens und der Verbesserung der Welt zu schaffen.

Ein neues Internet muss her, das wie das alte ist

Als Hauptgrund für den Niedergang des Internets sieht Berners-Lee die Zentralisierung des eigentlich dezentralen WWW - unter anderem durch soziale Medien wie Facebook.

Das Internet habe sich, wie so viele weitere Technologien, in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf unvorhersehbare Weise entwickelt - ganz anders als gedacht. Doch dieser Niedergang aus Berners-Lees Augen, müsse gestoppt werden, um den ursprünglichen Traum eines freien und demokratischen World Wide Webs wieder aufleben zu lassen. Es müsse ein neues Internet aufgebaut werden, dass den Wurzeln des Originals treu sei. Dazu müsse es wieder dezentralisiert werden - einer der Kernpunkte des WWW bei seiner Erfindung.

Heute sei das Gegenteil der Fall, alles würde von Social-Media-Plattformen wie Facebook dominiert, die dazu dienten, Menschen mit anderen Menschen gleicher Meinung und gleichen Interessen zusammenzubringen. Das verstärke die eigenen Ansichten und sei destruktiv für die Gesellschaft. Wie genau er sich ein neues, doch ursprüngliches Internet vorstellt, erklärte er allerdings nicht. Nur, dass für ein neues System die klügsten Köpfe aus Wirtschaft, Forschung, Kunst, Politik und Universitäten zusammenkommen müssten.

Quelle: Commondreams.org

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