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Umfrage zum #StatusofMind

YouTube hui, Instagram pfui? Auswirkungen von sozialen Medien auf die Gesundheit

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

7 von 10 Jugendlichen gaben einer Umfrage nach an, dass sich Instagram negativ auf ihr eigenes Körperbild auswirkt - schließlich wird hier an jeder Ecke mit Filtern, Bildbearbeitungs-Tools und Retuschen gearbeitet. Allgemein kommen die Social-Media-Plattformen, die auf Bilder und reichlich Inszenierung setzen, nicht sonderlich gut im 2017 erschienenen #StatusofMind-Report davon.

Die sozialen Medien haben einen immens großen Stellenwert in unserer Gesellschaft eingenommen. Kaum eine Altersgruppe wird so von diesen Medienformen geprägt, wie die jungen 'Digital Natives' - also Kids, die inmitten dieses Social-Media-Booms herangewachsen sind. Zumindest nach Ansicht der britischen Wohltätigkeitsorganisation 'Royal Society for Public Health' (kurz RSPH), die diese These zum Anlass nahm, eine Umfrage unter knapp 1.500 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 zu starten.

Thema der Umfrage: Wie wirken sich soziale Medien auf das geistige Wohlbefinden aus und welche Erfahrungen haben die befragten Jugendlichen mit Social Media gemacht?

Der Bericht enthält unter anderem eine Rangliste von Social-Media-Plattformen, die, so das Fazit der Autoren, besonders starke Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden der Nutzer haben. Zum Leidwesen aller Instagram- und Snapchat-Liebhaber sei gesagt: Die auf Fotos und Selbstinszenierung ausgelegten Social-Media-Plattformen kommen in diesem Punkt nicht sonderlich gut bei weg - und zwar bei denen, die es selbst nutzen, also auch wissen müssen.

Angst, Einsamkeit, Vernetzung: Starke Unterschiede zwischen Anbietern

Unter anderem wurden die Befragten gebeten, die Plattformen YouTube, Facebook, Snapchat, Instagram und Twitter zu bewerten, wenn es um die Themen Angst, Einsamkeit und Vernetzung geht. Positiv schnitt hier vor allem YouTube ab - dicht gefolgt von Twitter -, dem die Nutzer vor allem eine starke Gemeinschaftsbildung attestierten. Instagram hingegen fiel vor allem mit einem überhöhten Maß an Selbstdarstellung und digitaler Inszenierung auf, was mehr als die Hälfte der Befragten zu der Auffassung brachte, Ängste von Jugendlichen eher zu verschlimmern.

Die weiteren Ableitungen der Befragung:

  • 91 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nutzen das Internet zum 'Social Networking'

  • Soziale Medien wurden von den Befragten als suchterzeugender eingestuft als Zigaretten und Alkohol

  • Die Angst- und Depressionsraten bei jungen Menschen sind in den letzten 25 Jahren um 70 Prozent gestiegen

  • Die Nutzung von Social Media ist nach Auffassung der RSHP mit erhöhten Angstzuständen, Depressionen und schlechtem Schlaf verbunden

  • Cybermobbing ist ein wachsendes Problem, da 7 von 10 Jugendlichen angeben, dies schon erlebt zu haben

  • Diejenigen, die soziale Medien nutzen, berichten, dass sie durch ihre Kontakte besser emotional unterstützt werden

#StatusofMind: Pop-up-Warnungen und besseres Social-Media-Know-how

Da guter Rat bekanntlich teuer ist, hat es sich die RSPH nicht nehmen lassen, im gleichen Atemzug auch einige Empfehlungen aus den Erkenntnissen abzuleiten. Sie empfiehlt unter anderem ein zeitlich gebundenes Pop-up, dass als Warnung erscheinen soll, wenn sich Nutzer eine unbestimmt lange Zeit in sozialen Netzwerken aufhalten. Darüber hinaus möchte die Organisation auch nachbearbeitete Bilder und Menschen als solche kenntlich machen, um deren Verfälschung deutlich hervorzuheben.

Ferner plädiert die Organisation für mehr Forschung auf dem Gebiet der Auswirkungen von sozialen Medien, damit Fachleute die Jugend-Codes deuten und dementsprechend reagieren können. Alles in allem verschärft der #StatusofMind-Report die Diskussion um Social Media und dessen unbedachte Nutzung. Viele von den aufgeführten Erkenntnissen hören sich vielleicht nicht neu an, sind aber direkte Ableitungen aus den Gedanken der Nutzer, die es letztendlich auch wissen müssen - schließlich sind sie die Power-User dieser Medienformen.

Hier noch mal der komplette Bericht aus 2017 zum Nachlesen --- #StatusofMind

Instagram erkennt die Warnhinweise und reagiert passend

Instagram selbst ist sicherlich nicht angetan davon, dass die Bilderplattform in der Wahrnehmung so schlecht abschneidet und besonders starke Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden der Nutzer haben soll. In einem offiziellen Statement machte Michelle Napchan, Instagram Head of Policy, deshalb deutlich, dass sich die Plattform bereits um betroffene Benutzer kümmert und weiter darauf bedacht ist, den Schutz sowie die Stärkung der Community voranzutreiben.

Wir möchten, dass Menschen, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, auf Instagram Unterstützung finden - Michelle Napchan | Instagram

"Es ist unsere oberste Priorität, dass Instagram ein Ort bleibt, an dem die Menschen sich gegenseitig unterstützen, sicher und wohl fühlen und sich bedenkenlos ausdrücken – besonders, wenn es um junge Menschen geht. Jeden Tag teilen Menschen aus aller Welt ihre persönlichen Geschichten zu psychischen Problemen und Herausforderungen auf Instagram mit einer Community, die für sie da ist. Wir möchten, dass Menschen, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, auf Instagram Unterstützung finden, egal wann und wo sie diese benötigen. Darum arbeiten wir mit Experten zusammen, um der Community die Tools und die Informationen zu geben, die sie brauchen. Diese beinhalten auch die Möglichkeiten, Beiträge zu melden, Unterstützung für einen Freund, um den man sich sorgt, zu finden oder direkt mit Experten in Kontakt zu treten, um sie um Rat zu bitten, wenn man mit einem Problem zu kämpfen hat."

Zusätzlich dazu verweist das Unternehmen auf seinen Hilfebereich, in dem - neben Privatsphäre- und Sicherheitshinweisen - unter anderem Tipps zum Umgang mit Mobbing und Essstörung thematisiert werden. Die in Zusammenarbeit mit Organisationen und Experten erstellten Leitfäden sollen Betroffenen dabei helfen, mehr über den angemessenen Umgang mit diesen Thematiken zu erfahren und bieten auf diesem Weg auch erste Lösungsansätze.

Quelle: rsph.org.uk

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