Chemtrails und Reptilienmenschen auf Kinderportal

YouTube Kids wegen Verschwörungsvideos in der Kritik

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

YouTube Kids will eine App speziell für Kinder sein, doch anscheinend konnten die Kleinen dort lange Zeit erschreckend erwachsene Inhalte sehen. Wie YouTube mitteilte, ist dem Filteralgorithmus allerhand Verschwörungstheoretiker-Blödsinn durch die Lappen gegangen und dann in den Top-Suchergebnissen aufgetaucht.

Reptilienmenschen, die heimlich die Welt regieren, giftige Chemtrails, die Erde ist eigentlich flach: Verschwörungstheorien sollten ja eigentlich Erwachsenen vorbehalten bleiben. Die wissen nämlich in der Regel, wie sie derart hanebüchenen Unsinn einzuordnen haben. Doch wie es scheint, hat bis vor Kurzem ausgerechnet die Kinder-App 'YouTube Kids' in großem Stil Videos mit solch fragwürdigem Inhalt verbreitet. Ausgerechnet die App also, die Kinder eigentlich mit gehaltvollen Lehrvideos oder unschuldiger Kinderunterhaltung versorgen soll.

YouTube Kids zeigt Kindern verstörende Inhalte

Mitarbeiter vom 'Business Insider' hatten die Entdeckung gemacht, als sie den Suchbegriff 'UFO' in die Suchleiste bei YouTube Kids eingegeben hatten: Neben harmlosen Spielzeugvideos sei in den Top-Ergebnissen auch ein Video mit besagter Flugscheibe aufgetaucht, das einen Chemtrail versprüht. Eine eingehendere Suche habe daraufhin weiteren Irrsinn zu Tage gefördert, unter anderem mehrstündige Videovorträge vom berühmt-berüchtigten Verschwörungstheoretiker David Icke.

Kein System ist perfekt, und manchmal verfehlen wir das Ziel.

YouTube via Business Insider

Darin schiebt er unter anderem der US-Regierung die Ermordung John F. Kennedys in die Schuhe und behauptet, dass die Organisation 'Freimaurer' sich in Menschopferungen ergeht. Im Grunde ähnelt das den Videos auf dem herkömmlichen Portal, dem YouTube ab sofort mit verlinkten Wikipedia-Artikeln den Kampf ansagen will.

All das ist ziemlich starker Tobak für Kinderaugen, den YouTube mittlerweile glücklicherweise wieder gesperrt hat. Die Videoplattform erklärt, dass YouTube Kids durch einen von Menschenhand trainierten Algorithmus gefiltert wird, wobei leider nicht immer alle bedenklichen Videos erwischt würden. Im Umkehrschluss heißt das wohl, dass Eltern auch in Zukunft besser ein Auge auf die Sehgewohnheiten ihres Nachwuchses haben sollten.

Quelle: Business Insider

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