Keine Abmeldung mehr nötig

YouTube lässt euch auf Android jetzt inkognito streamen

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

YouTube hat in seiner Android-App seit heute einen 'Inkognitomodus' implementiert, mit dessen Hilfe man die Wiedergabe- und Suchhistorie-Funktionen deaktiviert. Er ersetzt die Schaltfläche 'Abmelden', mit der man sich bislang aus seinem Profil ausloggte.

Wer seinen YouTube-Account hegt und pflegt, ihn beispielsweise ausschließlich für die Suche nach coolen Musikvideos, Dokumentationen oder Let's Plays nutzt, der erntet in der Regel auch den Lohn seiner Enthaltsamkeit – passende Suchvorschläge und 'Trends', von denen YouTube annimmt, dass sie uns gefallen. Umso ärgerlicher, wenn wir uns in einem schwachen Moment einer reißerischen Überschrift hingeben und plötzlich Videos in die Suchvorschläge gespült werden, die thematisch eher so in Richtung "Beweise für die Existenz von Echsenmenschen" oder "Warum wir nie auf dem Mond waren" driften. Die Suchhistorie ist verwässert.

Nur ein Beispiel dafür, weshalb es sich hier und da anbietet anonym zu surfen und auf die Komfortfunktionen zu verzichten. Wer dies zukünftig vermeiden will, greift auf die "neue" Funktion in YouTube zu, welche die Videoplattform jetzt in seine Android-App implementiert hat – den Inkognito-Modus.

YouTube-Menü mit Kontoeinstellungen und Inkognitomodus

01 - Zur Schaltfläche 'Inkognitomodus aktivieren' gelangt ihr mit einem Tap auf euer Profilbild am rechten oberen Bildrand der Startseite.

(Screenshot)  YouTube | Android 

Abmelden Button versteckt sich im Konto Menü von YouTube

02 - YouTube hat die 'Abmelden' Schaltfläche aus dem Startmenü verschoben. Nun gelangt ihr etwas umständlicher dorthin, indem ihr zunächst auf 'Mein Kanal' klickt und anschließend das Menü am rechten oberen Bildrand aufruft.

(Screenshot)  YouTube | Android 

YouTube Pop-up Warnung

03 - Die Beschreibung blendet YouTube nur beim ersten Mal ein, wenn ihr den Inkognitomodus aktiviert.

(Screenshot)  YouTube | Android 

YouTube-Menü mit Kontoeinstellungen und Inkognitomodus

01 - Zur Schaltfläche 'Inkognitomodus aktivieren' gelangt ihr mit einem Tap auf euer Profilbild am rechten oberen Bildrand der Startseite.

(Screenshot)  YouTube | Android 

Abmelden Button versteckt sich im Konto Menü von YouTube

02 - YouTube hat die 'Abmelden' Schaltfläche aus dem Startmenü verschoben. Nun gelangt ihr etwas umständlicher dorthin, indem ihr zunächst auf 'Mein Kanal' klickt und anschließend das Menü am rechten oberen Bildrand aufruft.

(Screenshot)  YouTube | Android 

YouTube Pop-up Warnung

03 - Die Beschreibung blendet YouTube nur beim ersten Mal ein, wenn ihr den Inkognitomodus aktiviert.

(Screenshot)  YouTube | Android 

Inkognitomodus ersetzt die Schaltfläche 'Abmelden'

Im ersten Anlauf verweist der Inkognitomodus noch auf den Umstand, dass YouTube zwar keine Suchen mehr speichert, die Aktivitäten aber immer noch von Arbeitgebern oder Internetanbietern eingesehen werden können – so weit, so bekannt. Bestätigt ihr diesen Schritt, wird er euch in der Folge nicht erneut angezeigt.

Ausgewählt auf Googles Chrome-Browser, öffnet der Inkognitomodus gleich ein ganz neues Suchfenster. In der Android-App von YouTube erreicht ihr ihn hingegen mit einem Tap auf euer Profilbild am oberen rechten Fensterrand (siehe Screenshot 01). Die Funktion deaktiviert unter anderem den Wiedergabe- und Suchverlauf und erlaubt euch eigentlich nur den halbwegs nackten Zugriff auf YouTube. Das heißt: keine Abos, keine Inbox und keine Bibliothek, dafür Zugriff auf die Startseite und die allgemeine 'Trending'-Sektion. Sobald ihr jedoch ein Video speichern möchtet, lässt sich die anonyme Suche deaktivieren, ohne die aktuelle Video-Seite zu verlassen.

Seit YouTube die Funktion in seine Android-App implementiert hat, ersetzt die Schaltfläche 'Inkognitomodus aktivieren' den Button 'Abmelden', um sich von seinem Konto und Profil auszuloggen. Dieser ist nun deutlich schwieriger zu finden, nämlich im Untermenü von 'Mein Kanal' (siehe Screenshot 02).

(@deBeneke)
Inkognito sollte der Standard sein

Schon irgendwie seltsam: Da sitzt man an einem Artikeleinstieg, der eine neue YouTube-Funktion in Android einleiten soll und grübelt darüber nach, warum halbwegs anonymes Surfen mithilfe eines Inkognito-Modus lohnenswert für den ein oder anderen sein könnte. Dabei sollte die Anonymität doch der eigentliche Standard sein und erst im zweiten Schritt darauf verwiesen werden, dass man durch diese Anonymität auf Features wie Suchverlauf, Abos oder Ablagefunktionen verzichten müsse. Sozusagen erst die Sicherheit, dann die optionale Wahl nach Features, die unweigerlich einhergehen mit dem schrittweisen Verzicht auf Anonymität. Aber gut - so viel zur grauen Theorie.

Quelle: theverge.com

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