digitale Themen, leicht verständlich.

Popkulturelle Anspielungen, wohin man sieht

YouTube Rewind 2018: bunt, flippig und scharf kritisiert

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Neues Jahr, neues 'YouTube Rewind' Video mit allerhand bekannten YouTubern sowie popkulturellen Highlights und Anspielungen auf das vergangene Jahr der Video-Streaming-Plattform. Eigentlich immer ein schöner Zeitvertreib und die Möglichkeit, noch einmal zu schauen, was man alles so verpasst hat. Dieses Jahr kam der Jahresrückblick jedoch alles andere als gut an.

2018 strotzte wieder einmal nur so vor eindrucksvollen Ereignissen, die natürlich auch vor unserer Lieblings-Video-Plattform YouTube nicht halt gemacht haben. Durchaus nachvollziehbar, dass sich die Granden des YouTube-Kosmos Jahr für Jahr aufs Neue die Mühe machen, ein mehrminütiges Clip-Mashup aus den weltweiten viralen Highlights zu kreieren. Schließlich feiert man damit nicht nur die Community für die Verbundenheit mit ihren Sternchen, sondern auch die Creators und sich selbst als gigantische Marketing-Maschinerie.

'YouTube Rewind' nennt sich der (wieder mal) extrem bunte und (zugegeben) etwas anstrengende Jahresrückblick, der wie üblich die Momente des Jahres in einer kurzen Story aus vielen einzelnen Clips und den darin enthaltenen popkulturellen Anspielungen zusammenfast. Sei es die unglaubliche Popularität des Battle-Royal-Ablegers 'Fortnite', das "bewegende" Schwangerschaftsvideo des Jenner-Clans, die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland oder der plötzliche Erfolg des K-Pop als asiatischer Exportschlager - über 100 Gesichter dieser Hypes haben es sich nicht nehmen lassen, in 'YouTube Rewind' aufzutreten und sich für ihre Kreativität feiern zu lassen.

Man kann geteilter Meinung sein, ob einem das Mashup zu bunt, zu extrovertiert und viel zu flippig daherkommt, oder eben genau den Zeitgeist der Community und dessen Sternchen einfängt. YouTube feiert sich und seine Creators eben, stellt die millionenfach geklickten Videos erneut in den Schaukasten und macht vor allem eins: Werbung in eigener Sache. Denn sind die YouTuber erfolgreich, unter denen sich dieses Jahr - neben zahlreichen amerikanischen Channel-Betreibern -auch die zwei deutschen Aushängeschilder 'Dagi Bee' und 'Kelly MissesVlog' befinden, ist es die Videoplattform ebenso.

Doch selten zuvor zog der sonst so emotionale und mit Gefühlen jonglierende Clip mehr Kritik auf sich, als dieses Jahr.

YouTube Rewind oder: Die zwei Seiten einer Medaille

Kritik an der Gestaltung ist die eine Seite der Medaille, denn das YouTube-Universum ist … nennen wir es "speziell" - genauso speziell und bunt wie die YouTuber und deren Subscriber. Vielleicht findet man sich in einigen Trends und lustigen Videos wie dem 'Walmart yodeling kid' wieder. Doch mit etwas Abstand betrachtet soll das 'YouTube Rewind' sicherlich eher eine junge Zielgruppe ansprechen und vor allem Werbetreibende auf die Influencer aufmerksam machen, wie 'The Verge' es zum Beispiel einordnet.

Erlebe einige deiner beliebtesten YouTuber und entdecke die Videos, Musik und Trends, die YouTube im Jahr 2018 bestimmt haben.

YouTube Rewind

Die andere Seite der Medaille ist da schon etwas tiefgreifender, denn neben zahlreichen prominenten YouTubern lässt 'YouTube Rewind' vor allem eins vermissen: die Momente, die YouTube ebenfalls das Jahr über prägten, jedoch nicht in die kunterbunt gezeichnete Blümchenwelt des Jahresrückblicks passen.

Wie The Verge treffend zusammenfasst, vermieden die Verantwortlichen beispielsweise die Thematisierung des Skandals um Logan Paul, der sich Anfang des Jahres mit seinem Video aus dem "Suicide Forrest" ins Abseits stellte. Waren die Paul-Brüder letztes Jahr noch prominent im Rewind-Video platziert, verzichten die Verantwortlichen dieses Jahr gänzlich auf beide, obwohl Logan mit seinem Live-Stream-Boxkampf gegen 'KSI' zu den erfolgreichsten Events des Jahres gehörte.

Weitere, eher streitbare aber umso erfolgreichere Charaktere wie Felix Kjellberg alias 'PewDiePie' finden sich ebenfalls nicht im Video wieder. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Zudem ist es ja durchaus legitim, eine Botschaft zu vermitteln und sich dafür weniger kontrovers diskutierte YouTuber an die Seite zu holen, die ein gewisses Image verkörpern. Was die Community davon hält, lässt sich am besten anhand der Bewertungen unter dem Video ablesen - anscheinend nicht sonderlich viel.

Quelle: rewind.youtube, theverge.com

Hier erfährst du mehr über: Google und Video-Streaming

Sag uns deine Meinung!