Nutzerfreundlicher

YouTube schafft 30-sekündige Zwangswerbung ab

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von Michael Springer -

Ab 2018 wird YouTube seinen Videos keine halbminütigen Werbespots, die sich nicht überspringen lassen, mehr voranschalten. Das Unternehmen will zukünftig Formate bevorzugen, die für User und Werbetreibende gleichermaßen attraktiv sein sollen.

Fast jeder kennt das: Statt dem gewünschten Video spielt uns YouTube erstmal einen Werbespot vor. Bei den wenigsten Usern dürfte das Jubelstürme auslösen – besonders wenn der Clip 30 Sekunden dauert und sich nicht überspringen lässt. Gegenüber dem Marketing-Magazin Campaign hat Google, das Mutterunternehmen hinter YouTube, nun bekannt gegeben, dass diese halbminütigen, nicht überspringbaren Werbeblöcke ab 2018 der Vergangenheit angehören. 15- oder 20-sekündige Spots werden weiterhin vorangestellt.

YouTube setzt auf neue Werbeformate

Laut Campaign halten Experten den Schritt für logisch, User seien wenig angetan von nicht überspringbarer Reklame. Sie stören nicht nur das Sehvergnügen, sondern können auch abschrecken: Wird ein obligatorischer Werbeblock als zu lang empfunden, springen Zuschauer im schlechtesten Fall einfach ab. Google möchte Anzeigen daher so integrieren, dass sie gleichzeitig User und Werbetreiber zufriedenstellen. Wie das aussehen könnte?

"We’ve decided to stop supporting 30-second unskippable ads as of 2018 and focus instead on formats that work well for both users and advertisers."

Google via Campaign

Schon im letzten Jahr hat YouTube ein neues Format für Werbeclips eingeführt: Diese Einspieler, die sogenannten 'Bumper', lassen sich zwar auch nicht überspringen, sind dafür aber nur sechs Sekunden lang. Weil Unternehmen in dieser kurzen Zeit mit ihrem Produkt punkten wollen, ist besondere Kreativität gefragt. Die 'Bumper' könnten somit sogar für frische, unterhaltsame Werbung sorgen.

Dem Vernehmen nach möchte YouTube deshalb in Zukunft stärker auf dieses Format setzen, also Anzeigen in leicht verdaulichen Häppchen servieren und auf größere Blöcke eher verzichten. Aus Nutzersicht ist das begrüßenswert – wenn schon Werbung, dann bitte kurz.

Werbung vs. Kundenzufriedenheit

Google wird hier die Balance zwischen Verdienstmöglichkeiten und Nutzerfreundlichkeit finden müssen. Werbetreiber möchten ihre Produkte naturgemäß auf größtmöglicher Bühne präsentieren – längere Werbeeinblendungen liegen also ganz in ihrem Interesse. Die Reklame darf sich aber nicht negativ auf die Zufriedenheit der User auswirken, denn an sinkenden Zuschauerzahlen haben weder Google noch die werbenden Unternehmen Interesse. Letztlich entscheidet also der User mit seinen Klicks, welche Werbeformate er akzeptiert und welche nicht.

Wer auf YouTube jedenfalls überhaupt keine Reklame sehen will, muss zahlen: In der kostenpflichtigen Premium-Variante YouTube Red wird die Werbung komplett deaktiviert, exklusiven Content gibt es oben drauf. Wann das Angebot nach Deutschland kommt, ist aber weiter unklar. Einige Nutzer setzen außerdem auf Ad-Blocker oder YouTube Downloader, um die Werbung zu umgehen. Bedenkt dabei allerdings, dass YouTube sich über Werbeeinnahmen finanziert. Wenn eure Lieblings-Channels auf diesem Wege also zu wenig verdienen, gibt es sie bald vielleicht nicht mehr.

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