Sicherheitsvorkehrungen werden erhöht

YouTube veröffentlicht weitere Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Die Debatte in Bezug auf die zu geringen Schutzmaßnahmen für Minderjährige auf YouTube hat den Betreiber Google jetzt erneut zum Handeln bewogen. In einer offiziellen Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, dass man nun weitere Maßnahmen beschlossen hat, um vor allem Kinder noch besser schützen zu können. Um welche Änderungen es sich dabei genau handelt, erläutern wir in dem folgenden Artikel.

In den vergangenen Tagen und Wochen nahm die Diskussion um unpassende Inhalte auf der bekannten Video-Plattform YouTube immer deutlichere Formen an. Diesbezüglich veröffentlichten zahlreiche besorgte Nutzer diverse Videos und Artikel über bedenkliches Videomaterial und die höchst unangemessenen Kommentare dazu. In der Hauptsache ging es dabei um Videos - in nahezu allen Fällen vermeintlich normale Aufnahmen - von Kindern, die beispielsweise am Strand oder im Garten gespielt haben. In den Kommentaren unter den meisten dieser Videos wurden jedoch Hinweise auf 'explizite Posen' entdeckt, was verständlicherweise zu einem Aufschrei in der weltweiten Community geführt hat.

Die Recherchen, die einige Nutzer angestellt haben, führten sogar dazu, dass von einem versteckt agierenden Pädophilenring auf YouTube gesprochen wurde. Infolgedessen haben zahlreiche Werbekunden sämtliche Kampagnen auf der Video-Plattform gestoppt, und Google somit direkt aufgefordert, etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Nicht zuletzt diese Maßnahme hat den US-amerikanischen Konzern nun dazu bewegt, sich nicht nur offiziell zu der Thematik zu äußern, sondern gleichzeitig deutliche Änderungen einzuführen. Allerdings lässt sich bereits jetzt absehen, dass dieser Rundumschlag nicht bei allen Nutzern gut ankommen wird.

Sämtliche Videos mit Minderjährigen können nicht mehr kommentiert werden

Wie aus der offiziellen Stellungnahme seitens YouTube hervorgeht, wurde und wird noch immer die Kommentarfunktion bei zig Millionen Videos, in denen Minderjährige egal welchen Alters zu sehen sind, komplett deaktiviert. Darüber hinaus sollen verbesserte Algorithmen dafür Sorge tragen, dass potentiell unpassendes Videomaterial gar nicht erst auf YouTube hochgeladen werden kann. Die Deaktivierung der Kommentarfunktion wird jedoch nicht per Hand vorgenommen - was bei der schieren Masse allein zig Jahre dauern würde - sondern geschieht ebenfalls über Algorithmen, die nach Minderjährigen in Videos suchen und dort dann automatisch die Möglichkeit zum Kommentieren unterbinden.

Durch diese Art und Weise können zum einen bei weitem nicht alle Videos mit potentiell unpassenden Inhalten innerhalb von kürzester Zeit entdeckt werden. Zum anderen wird die Kommentarfunktion so beispielsweise auch bei eigentlich harmlosen Familienvideos gesperrt. So muss die breite Masse zwar unter den Verfehlungen einiger zwielichtiger Gestalten leiden, doch bleibt Google kaum eine andere Wahl, um zu verhindern, dass sich offenbar geistesgestörte Individuen öffentlich über die Video-Plattform über ihre kranken Fantasien austauschen.

Neuer Kommentarklassifikator und weitere Maßnahmen

Laut Google soll es einigen wenigen Kanälen möglich sein, die Kommentarfunktion wieder zu aktivieren – allerdings nur unter strengen Auflagen, wie zum Beispiel der Verpflichtung, alle Kommentare zeitnah aktiv zu moderieren. Welche Kanäle das sein werden, und um wie viele es sich dabei handelt, ließ Google jedoch offen. Außerdem will das Unternehmen einen neuen Kommentarklassifikator einführen, der dafür sorgen soll, dass unpassende und gefährdende Kommentare deutlich einfacher erkannt und doppelt so schnell entfernt werden können.

Ein weiterer Schritt, den Google für die Video-Plattform YouTube angekündigt hat, bezieht sich auf die Urheber von Inhalten, die Minderjährige potentiell gefährden oder auf unpassende Weise darstellen. Das Unternehmen kündigte an, hier noch offensiver vorgehen und alle dafür notwendigen Maßnahmen ergreifen zu wollen. Doch auch hier ging Google nicht weiter ins Detail. Es bleibt also vorerst nur abzuwarten, wie erfolgreich die angekündigten Änderungen sein werden und ob die Öffentlichkeit diese auch akzeptiert. Zu wünschen wäre ein Erfolg allemal, um diese abstoßenden Dinge für immer von YouTube zu verbannen. Zum Abschluss rief Google erneut dazu auf, sämtliche Inhalte dieser Art direkt zu melden, damit diese schnellstmöglich gesperrt werden können.

Quelle: YouTube Creator Blog

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