Trotz Netflix und Co.

Zu viele Exklusivinhalte? Online-Piraterie nimmt wieder zu

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Während Video-Streaming-Services wie Netflix, YouTube und Amazon Prime den weltweit größten Anteil des Traffics generieren, nimmt auch die Online-Piraterie wieder zu. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle 'Global Internet Phenomena Report'. Ein möglicher Grund: Es gibt zu viele Streaming-Anbieter und Exklusivinhalte.

Beunruhigende Nachrichten für Rechteinhaber von Filmen und Serien: Die Online-Piraterie ist nach Jahren der Rückentwicklung wieder im Aufwind. Dies berichtet der aktuelle 'Global Internet Phenomena Report' des Netzwerkausrüsters 'Sandvine'. Die Daten, auf die sich der Bericht stützt, stammen demnach von 150 Service-Providern weltweit, die rund 2,1 Milliarden Abonnenten repräsentieren. Sie weisen laut Unternehmen unter anderem auf einen gestiegenen BitTorrent-Verkehr hin, der sich zwar mit 2,8 Prozent des globalen Traffic-Aufkommens in Grenzen hält, jedoch nicht wegzureden ist.

Eine dem Anschein nach unerwartete Erkenntnis, denn seitdem Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime oder Spotify die Bühne betreten haben, verzeichneten die Experten eine stete Abnahme an illegal heruntergeladenen Inhalten. Geräteunabhängig, immer abrufbar und im Vergleich mit linearen Sendeformaten deutlich flexibler, eroberte Video-Streaming die Herzen der Verbraucher und sichert sich einen Traffic-Anteil von 57,7 Prozent - den höchsten Wert in dieser Gegenüberstellung. Video-Streaming ist also das Zugpferd des globalen Datenverkehrs - und trotzdem ist Filesharing nicht tot zu bekommen. Woran liegt das?

Zig Online-Zugänge statt einer Streaming-Lösung

Wirkliche Antworten auf den Anstieg werden im 'Global Internet Phenomena Report' nicht detailliert erläutert. Dafür versucht sich Cam Cullen, VP of Global Marketing von Sandvine, in einem Folgebeitrag an einer Begründung. Er sieht vor allem die Anzahl der Streaming-Anbieter und deren exklusiven Content als eine der Hauptursachen. Während Netflix mit Produktionen wie 'Stranger Things' oder 'House of Cards' punktet, müssten Fans von 'Game of Thrones' auf HBO (hier Sky) zurückgreifen - Fans der Serie 'Jack Ryan' müssten sich hingegen die Dienste von Amazon Prime sichern.

BitTorrent ist das dominierende File-Sharing-Protokoll im Internet und bleibt nach wie vor eine wichtige Quelle für den Internetverkehr.

Cam Cullen

Wer sich nicht jeden Zugang leisten kann, dennoch nicht auf exklusive Hype-Serien verzichten möchte, der zieht sich die Inhalte illegal aus dem Netz. Wie man dieses Verhalten jetzt bewerten mag, bleibt jedem selbst überlassen. Doch an einer generellen Streaming-Lösung, in der man auf alles Zugriff hat, ohne dabei monatlich 100 Euro für alle Zugänge zu bezahlen, fehlt es nach Ansicht Cullens.

Darüber hinaus könne der noch ausbaufähige Vertrieb einiger US-Produktionen Schuld an steigender Online-Piraterie sein. Wer Serien wie 'Game of Thrones' schauen möchte, sei schließlich auch darauf angewiesen, dass HBO die Ausstrahlungsrechte an einen regionsbezogenen Sender verkauft. Sei dies nicht der Fall, organisiert man sich die Inhalte eben auf andere Art und Weise. Eine Lösung für dieses (noch überschaubare) Problem sei indes nicht in Sicht, denn der VoD-Markt boomt und weitere Player wie Apple oder Disney drängen mit exklusiven Formaten in den Markt.

Quelle: sandvine.com

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