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Alles zum Thema Alexa

Noch vor einigen Jahren hätte es als reine Science Fiction angemutet, mittlerweile ist es in vielen Haushalten Realität: Per Sprachsteuerung eine KI im Lautsprecher dazu bringen, Wikipedia Einträge vorzulesen, eine Wetterprognose abzugeben, die Nachrichten durchzugehen, das Licht zu dimmen, den Fernseher anzuschalten, das Programm zu wechseln und, und, und. Das ist einerseits praktisch und macht Spaß, andererseits ist der Einsatz von Amazons Vorzeige-KI im Bereich Datenschutz höchst umstritten: Es wird ausdauernd debattiert, ob sie nicht doch bloß eine clevere Spielerei und keine wirkliche Hilfe im Alltag ist.

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Alexa: Wer oder was verbirgt sich hinter der freundlichen Stimme?

Alexa ist, wenn man so will, das Betriebssystem von Amazons Lautsprechersystem 'Echo Dot', das als digitale Zentrale gilt, mit deren Hilfe sich WLAN-fähige Geräte steuern lassen. Das geschieht über Sprache, für deren Erkennung und Beantwortung Alexa entwickelt wurde. Sie ist eine künstliche Intelligenz, die mit den Befehlen 'Alexa', 'Echo', 'Amazon' oder 'Computer' aktiviert wird. Sie hat erst kürzlich in einem Intelligenztest den ersten Platz gegen Konkurrenten wie Googles Assistant, Microsofts Cortana und Apples Siri gewonnen. Sie ist also gut programmiert und hat durch die Tatsache, dass sie vielen Herstellern zur Verfügung steht, viel und schnell dazugelernt. Das wird sich aufgrund immer neuer Kooperationen auch in Zukunft weiterhin so gestalten, was gut für die wachsende Kundschaft ist. Kurz gesagt ist Alexa eine intelligente Assistentin für die Ansteuerung aller Systeme im Haus, die mit dem WLAN-Netzwerk verbunden sind. Das kann sogar die Lampen mit einschließen.

Vorteile von Alexa: Was kann sie wirklich?

Alexa App Screenshot: Einstellungsmenü

Der Alexa-Reminder  

Quelle: (Screenshot) 

Alexa App Screenshot: Einstellungsmenü

Der Alexa-Reminder  

Quelle: (Screenshot) 

Hier eine kleine Übersicht, was die Assistentin im Alltag im Detail erledigen kann und soll:

  1. Smarthome Steuerung: Lichter wie die von Philips an und ausmachen und dimmen – diese WLAN-Birnen sind allerdings noch recht teuer.
  2. Heizungssteuerung: Alexa kann mit entsprechenden Zusatzempfängern für eure Heizkörper auch die Temperatur per Sprachbefehl regulieren. Geht übrigens auch mit dem Smartphone.
  3. Wecker und Timer: Als Eieruhr und Zugriffspunkt für das Smartphone können wir über Alexa per Sprache darauf zugreifen und uns wecken und über den fertigen Braten im Backofen informieren lassen. Funktioniert übrigens auch mit Terminerinnerungen auf Abfrage.
  4. Wikipedia: Wer es liebt sich über Wikipedia zu informieren, wird auch Alexa lieben. Per kurzer Nachfrage liest sie komplette Artikel vor oder gibt eine Zusammenfassung ab. Wer eine Dokumentation schaut und sich fragt: wo liegt diese Stadt eigentlich, kann schnell Alexa fragen.
  5. Musiksteuerung: Die KI kann für uns das Soundsystem im Wohnzimmer, am Handy, oder dem WLAN-fähigen Radio per Sprachbefehl steuern. Das ist praktisch, da alles im Sitzen gemacht werden kann.
  6. Komfort: Keine Uhr parat? Alexa antwortet auf ein "Alexa, wie spät?". Was nur anziehen? Alexa liefert den aktuellen Wetterbericht. Wie hat eigentlich mein Lieblingsverein gespielt? Alexa weiß es. Keine Lust einen Einkaufszettel zu schreiben? Alexa lässt ihn sich diktieren und notiert ihn praktischerweise im Smartphone.
  7. Kochen: Alexa kann auch Chefkoch zugreifen und nach unseren Wünschen Rezepte suchen und vorlesen.

Wo stößt die KI an ihre Grenzen?

Es gibt leider auch einige Funktionen, die in der Werbung angepriesen werden, die im Alltag aber nicht ganz so gut funktionieren, oder einfach nicht relevant genug für eine dauerhafte Nutzung sind. Dazu gehören die folgenden:

  1. Das Taxi-Rufen mit Alexa funktioniert zwar, ist aber ein überflüssiger Skill für alle, die sich nicht ständig von einem Taxi zuhause abholen lassen. Die wenigen Male, die das bei den meisten der Fall sein wird, tut es auch der Griff zum Smartphone.
  2. Informationen über öffentlichen Nahverkehr liefert Alexa nur umständlich und unbefriedigend, da es noch keine ausgereiften Lösungen von den verschiedenen Anbietern gibt.
  3. Andere Spielereien wie Alexa würfeln zu lassen, der Faktencheck, bei dem sie einen mit lustigen Fakten über Gott und die Welt versorgt, oder ihr Dirty Talk-Modus, in dem sie sich tatsächlich zu schlüpfrigen Gesprächen hinreißen lässt, sind nette Spielereien. Nutzen tut man sie allerdings in der Regel kaum, darum sollten sie kein Kaufgrund sein.
  4. Die Muttersprache von Alexa ist und bleibt Englisch. Das zeigt sich auch daran, dass sie in der deutschen Version deutlich weniger Funktionen hat und deutlich schlechter funktioniert, als ihr intelligenteres englischsprachiges Pendant. Das liegt daran, dass es sie erst relativ kurz auf Deutsch gibt und damit der Funktionsumfang geringer ist. Das dürfte sich in Zukunft allerdings mit wachsenden Anbietern und längerer Lernzeit der KI verbessern.
  5. Fehlende Funktionen. Zu den unter Punkt 4 angemerkten Funktionsbeschränkungen in Deutschland zählen unter anderem der Zugriff auf Fitbits, Handyortung, Zugriffsmöglichkeiten auf einige Fernseher, wie etwa von LG und die Nutzung im Auto.

Alexa ist also bei Weitem noch keine Alleskönnerin. Da es sich allerdings um eine lernende KI handelt, ist davon auszugehen, dass sie in Zukunft immer mehr können und weitere Funktionen anbieten kann. Erst einmal ist Amazon aber gefordert, die deutsche Alexa schnell aufholen zu lassen, damit sie die Lücke zu ihrem amerikanischen Pendant zügig schließt – immerhin kosten die Echo Dots in beiden Ländern etwa gleichviel.

Spielerei oder digitale Pepper Potts?

Hyundai IONIQ Modell-Serie

Zukünftig wird Alexa auch in Autos mitfahren  

Quelle: (Pressekit)  Hyundai 

Hyundai IONIQ Modell-Serie

Zukünftig wird Alexa auch in Autos mitfahren  

Quelle: (Pressekit)  Hyundai 

Die englischsprachige Alexa hat wirklich einiges drauf, was den Alltag erleichtern kann und vor allem Zeit spart. Auch sie ist natürlich kein Programm, das Tony Starks Ansprüchen genügen würde, aber doch schon mehr als eine Spielerei. In Deutschland hingegen hat sie noch Nachholbedarf und muss als das gesehen werden, was sie (noch) ist: Eine (tolle) Spielerei. Es macht Spaß, in der Badewanne liegen zu können und Alexa das Hörbuch wechseln zu lassen, ohne mit nassen Fingern sein Smartphone zu ruinieren. Es ist auch toll, schnell Fakten von Wikipedia aufzählen zu lassen – aber es verändert den Alltag nicht grundlegend, solange die nötigen technischen Entwicklungen noch nicht da sind. WLAN-Lampen sind vielleicht bald Standard, aber noch eben nicht. Bis dahin bleibt festzuhalten: Zwar ist Alexa hierzulande im Moment ein launiges Gimmick, aber eine rosige Zukunft kann man ihr schon mal voraussagen. Abgesehen davon ist sie mit knapp 60 Euro auch nicht besonders teuer.