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Die Veröffentlichung von 'Android' hat den Smartphone-Markt seinerzeit ganz schön durcheinandergewirbelt. Bis heute wird das OS stetig weiterentwickelt, neue Funktionen werden hinzugefügt und alte angepasst oder verworfen. Android gehört mittlerweile zu den einflussreichsten digitalen Plattformen überhaupt – und nicht wenige führen den weltweiten Siegeszug des Smartphones sogar direkt auf Googles Open-Source-Betriebssystem zurück.

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Wer heute ein Smartphone besitzt, der hat mit ziemlicher Sicherheit schon den einen oder anderen Berührungspunkt mit 'Android' gehabt: Mit einem Marktanteil von fast 90 Prozent liegt das Betriebssystem weit vor dem nächst größten Konkurrenten 'iOS' aus dem Hause Apple.

Das von einem kleinen Team ursprünglich zur Steuerung von Digitalkameras entwickelte Android erschien 2008 auf einem der ersten Smartphones überhaupt, kurz nachdem der Suchmaschinen-Konzern Google das gleichnamige Unternehmen gekauft hatte. Etwa zur selben Zeit trat das Smartphone – zunächst noch Luxusgut, jetzt Massenware – seinen weltweiten Siegeszug an. Viele glauben heute, dass dies ohne das flexible OS aus dem Hause Google nicht möglich gewesen wäre.

Android: Erfolg dank offenem Quellcode

Einer der Hauptgründe für den kometenhaften Aufstieg des Betriebssystems ist Googles Entscheidung, mit der 2007 gegründeten 'Open Handset Alliance' ein Konsortium von über 80 Herstellern zu gründen, Android darüber kostenlos zur Verfügung zu stellen und den Quellcode offenzulegen: Trotz weniger geschlossener Komponenten im Code gilt Android gemeinhin als 'Open Source' und darf von Entwicklern, Herstellern und versierten Nutzern frei angepasst werden.

Im Ergebnis wird Android bis heute stetig angepasst: Zum Beispiel von Nutzern, die ihre eigenen Start-Apps festlegen, Amateur-Programmierern, die über Versionsverwaltungssysteme wie 'Github' an neuen Veröffentlichungen feilen oder von Herstellern wie Samsung, Sony und HTC, die ihre Hardware mit ganz eigenen Varianten des Betriebssystems ausstatten.

Regelmäßiger Rollout neuer Versionen

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Google außerdem ganz neue Releases und gibt sie sukzessive an die verschiedenen Hersteller weiter, die diese ihrerseits an ihre Produkte anpassen können. Die neuen Android-Versionen beinhalten in der Regel neuartige Funktionen und Designs, sind energieeffizienter und immer auch eine Konsequenz aus der rasanten technologischen Entwicklung auf dem Markt für smarte Geräte. Sie erscheinen in alphabetischer Reihenfolge beginnend mit dem Buchstaben B für 'Basic' und werden seit 'Cupcake' nach einer Süßspeise benannt – in gut 10 Jahren werden sich die Mitglieder der 'Open Handset Alliance' also ein neues System ausdenken müssen.

VersionCodenameVeröffentlichung
1.0BaseSeptember 2008
1.1Base_1.1Februar 20009
1.5CupcakeApril 2009
1.6DonutSeptember 2009
2.0.x / 2.1ÉclairOktober 2009
2.2.xFroyoMai 2010
2.3.xGingerbreadDezember 2010
3.x.xHoneycombFerbruar 2011
4.0.xIce Cream SandwichOktober 2011
4.1.x / 4.2.x / 4.3.xJelly BeanJuni 2012
4.4.xKitkatOktober 2013
5.0.x / 5.1.xLollipopNovember 2014
6.0.xMarshmallowOktober 2015
7.0.x / 7.1.xNougatAugust 2016
8.0OreoAugust 2017

Genutzt werden diese Versionen in unterschiedlichen Ausführungen auf allen möglichen Plattformen – dazu gehören Smartwatches, Tablets, Fernseher oder Navigationsgeräte für Autos. Am weitesten verbreitet ist Android heute aber auf Smartphones. Übrigens: Zu jedem großen Versionssprung entwerfen die Verantwortlichen ein zur namensgebenden Süßspeise passendes Logo beziehungsweise ein neues Maskottchen. Auf dem Smartphone lässt sich das betrachten, indem man über die Geräteinformationen in die Softwareinfo navigiert und mehrmals auf die Zeile 'Android-Version' tippt.

Nach mehreren Taps auf 'Android-Version' in den Einstellungen eines Android-Smartphones wird das Symbol oder das Maskottchen der aktuellen Version eingeblendet. In diesem Fall steht das 'N' für Android 7.0 oder 'Nougat'.

Android-Benutzeroberfläche mit Wiedererkennungswert

Hinsichtlich grundlegender Funktionen gleich – oder zumindest der Vorgängerversion sehr ähnlich – blieben bislang aber viele Elemente der Benutzeroberfläche, über die der Nutzer die verschiedenen Funktionen seines smarten Gerätes abruft. Immer wiederkehrendes Merkmal ist zum Beispiel die Benachrichtigungsleiste, die auf dem Bildschirm per Wischgeste vom oberen Rand nach unten ausgeklappt werden kann. Hier erreicht man auch die Schnelleinstellungen, über die sich bereits seit Android 4.2 gängige Optionen wie Intensität der Bildschirmbeleuchtung, Lautstärke, Bluetooth-Anbindung usw. konfigurieren lassen, ohne dass umständlich in den Systemeinstellungen gesucht werden muss.

Navigation in Android per Swipe und Tap

Im Betriebssystem wird seit Android 1 größtenteils per Touch-Steuerung navigiert. Apps und Widgets werden per Tipp- oder Wischgeste bedient, zudem besitzen moderne Smartphones neben dem meist physischen und mittig-unten platzierten Home-Schalter zwei ergänzende Buttons, die der Nutzer über die Android-Benutzeroberfläche mit einer Tipp-Geste anwählt.

Je nach Modell befinden sich die versteckten Buttons links und rechts des Home-Knopfes: Die meisten Hersteller platzieren den Zurück-Button, mit dem Nutzer zur zuletzt ausgeführten Aktivität gelangen, auf der linken und den Übersichts-Button für geöffnete Apps auf der rechten Seite. Der Hersteller Samsung beispielsweise macht dies aber genau umgekehrt.

Mit einem Tap auf den meist als Rechteck dargestellten Übersichtsbutton werden in Android sämtliche zuletzt geöffneten Apps angezeigt und zum erneuten Öffnen bereitgestellt. Seit Android Nougat aus dem Jahr 2016 lassen sich Apps über diese Funktion ferner Bild-in-Bild oder im Splitscreen aufrufen. Verwendet wird diese Funktion aber auch von vielen Nutzern, um Apps manuell zu beenden, da dies vermeintlich Ressourcen spart – ein Vorgehen, von dem viele Fachleute entschieden abraten.

Android-Launcher: Startseite im Wandel

Der Aufbau der Startseite (auch als 'Launcher' bezeichnet) hat sich indes im Laufe der verschiedenen Versionen, hauptsächlich bedingt durch den technologischen Fortschritt, zumindest optisch grundlegend geändert. Heutige Smartphone-Modelle begrüßen den Nutzer mit einer oftmals mehrteiligen Oberfläche, auf der App-Verknüpfungen und Widgets größtenteils frei platziert werden dürfen.

Am unteren Bildschirmrand befindet sich zudem ein App-Dock, das auf jeder Seite des Launchers angezeigt wird und beispielsweise mit häufig genutzten Apps belegt werden kann. Eine Google-Suchleiste gehört ebenfalls zum Standard eines Android-Smartphones.

Android: konkurrenzlose Vielfalt mit Risiken

Das Betriebssystem Android wird von den Nutzern weltweit überwiegend positiv aufgenommen. Dies hat diverse Gründe: Im Gegensatz zum großen Konkurrenten iOS befindet sich Android auf Smartphones von einer Vielzahl von Herstellern, die das Betriebssystem ihrerseits anpassen.

Dieser Umstand und der offene Quellcode führen dazu, dass Innovationen häufig zuerst auf dem Google-Betriebssystem landen. Unangenehmer Nebeneffekt von herstellerspezifischen Betriebssystemen ist allerdings, dass neue Smartphones teils mit einer Vielzahl meist ungewollter Programme, sogenannter 'Bloatware', ab Werk ausgeliefert werden.

Auch die Anzahl der Apps im Google Play Store ist, teils bedingt durch die schärferen Restriktionen für die Veröffentlichung in Apples App Store, größer – was sich wiederum auf die Preise für kostenpflichtige Apps niederschlägt. Im Januar 2017 wurden knapp 2,6 Millionen Apps (Stand September 2017: 3,5 Millionen) im Google Play Store angeboten. Demgegenüber stehen 2,2 Millionen in Apples App-Marktplatz. Die Möglichkeit für Android-Nutzer auch abseits des offiziellen Play Stores Apps herunterzuladen und der weitaus höhere Verbreitungsgrad machen das OS allerdings auch attraktiver für Cyberkriminelle. Meldungen von infizierten Android-Smartphones sind zwar selten. Die Übeltäter richten aber teils gravierenden Schaden an – und machen mitunter nicht einmal vor dem eigentlich als sicherer Hafen geltenden Google Play Store halt.

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