Alles zum Thema Browser

Anwender können heute wie selbstverständlich aus einer großen Auswahl von Webbrowsern auswählen, um die Weiten des World Wide Web zu betreten. In der Schnittmenge von größtmöglicher Performance und maximaler Anonymität gibt es für fast jede Surf-Vorliebe den passenden Browser – und die Hersteller arbeiten fieberhaft daran, die Gunst des Nutzers für sich zu gewinnen.

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Webbrowser, umgangssprachlich vereinfacht Browser genannt, sind quasi seit der flächendeckenden Verbreitung des World Wide Web das Tor zur Welt für alle, die über internetfähige Hardware verfügen – und das ist zumindest in den industrialisierten Teilen der Welt heute so gut wie jeder. Im Grunde genommen sind Browser nichts anderes als auf dem Computer (oder einem tragbaren Gerät) installierte Programme, die die Darstellung von Inhalten aus dem Internet ermöglichen.

Moderne Webbrowser: Lesezeichen, Downloads, Plug-ins und mehr

Die gängigste Methode, um mit einen Browser auf das Internet zuzugreifen, ist über eine entsprechende Verknüpfung auf dem Desktop beziehungsweise dem Startbildschirm. Jeder Browser beinhaltet eine Adresszeile, über die Inhalte direkt durch Eingabe einer eindeutigen Webadresse abgerufen werden können. Welche Webseite gleich nach dem Start angezeigt werden soll, legen Nutzer zudem in jedem Browser durch Bestimmung einer sogenannten Startseite in den Einstellungen fest. Auch verfügt jeder Browser über Schaltflächen, mit denen in der derzeitigen Sitzung zu zuvor besuchten Webseiten navigiert und zur Startseite zurückgekehrt werden kann.

Gemeinsam haben heute sämtliche populären Browsern auch komfortable Funktionen wie das Öffnen mehrerer Tabs zur selben Zeit ('Tabbed Browsing'), das Anlegen von Lesezeichen für häufig besuchte oder besonders interessante Seiten, die Möglichkeit Dateien aus dem Internet auf die lokale Festplatte herunterzuladen oder das Erweitern mit Plug-ins. Letztere ermöglichen beispielsweise das Verbergen von Werbeanzeigen oder das Konvertieren von Audio- und Videodateien. Von der heutigen Vielfalt, sowohl hinsichtlich der Anzahl unterschiedlicher Browser als auch in Bezug auf die Funktionen, konnte allerdings in der Pionierzeit des Internets relativ lange Zeit überhaupt keine Rede sein.

Internet Explorer: Spätzünder Microsoft verbucht Zwischensieg

Als an der schweizerischen Forschungseinrichtung CERN 1989 unter dem späteren Namen 'Nexus' ein erster rudimentärer Browser und nur kurze Zeit später mit dem 'Line Mode Browser' eine textbasierte Variante für alle gängigen Betriebssysteme entwickelt worden war, ist flüssiges Surfen noch nicht wirklich möglich gewesen. Erst als mit 'Mosaic' und speziell dem 1994 veröffentlichten Nachfolger 'Netscape Navigator' eine grafische Benutzeroberfläche und ein zügigerer Seitenaufbau eingeführt wurden, war es erstmals auch Privatleuten möglich, sich relativ komfortabel im noch jungen Internet zu bewegen.

Rückblickend etwas überraschend: Erst sechs Jahre nach dem ersten Browser-Prototypen bemerkte IT-Schwergewicht Microsoft das Potenzial eines für jeden unkompliziert erreichbaren Internets und schickte seinen Internet Explorer ins Rennen – der den Konkurrenten dank Vorinstallation auf sämtlichen Windows-Systemen trotz Verspätung letztlich vom Markt verdrängte.

Neue Vielfalt setzt Microsoft unter Druck

Welche Browser Nutzer heute zum "Stöbern" im Netz verwenden, ist ihnen glücklicherweise selbst überlassen: Eine Handvoll Unternehmen bietet kostenlose Produkte an, deren Hauptfunktionen überwiegend identisch sind. Gerade in Bezug auf Datenschutz, Geschwindigkeit, Anpassbarkeit oder dem 'Look & Feel' unterscheiden sich die erfolgreichsten Browser zwar durchaus. Durch regelmäßige Updates, die alle populären Browser-Hersteller regelmäßig durchführen, werden Innovationen aber gemeinhin recht zügig von allen Herstellern übernommen.

Hinsichtlich des Verbreitungsgrades befindet sich der besagte Internet Explorer in der mittlerweile elften Version für Desktop Computer weltweit noch immer an zweiter (je nach Quelle und Messmethode gelegentlich auch an dritter oder sogar nur an vierter) Stelle der meist verwendeten Browser. Die Marktanteile von Microsofts hauseigener Software gehen aber stetig zurück – und das nicht nur, weil der Internet Explorer in vielen Vergleichs-Tests mit anderen Desktop-Browsern allenfalls mittelmäßig abschneidet.

Microsoft zeigt Kante – mit mäßigem Erfolg

Denn mit Erscheinen von Windows 10 ist der altgediente Browser nur noch über Umwege zu erreichen. Microsoft setzt stattdessen voll auf den Nachfolger 'Microsoft Edge', der ab sofort als Standard-Browser voreingestellt ist und seitdem Stück für Stück mehr Nutzer verzeichnet. Mit Edge brachte Microsoft verbesserte Performance, ein moderneres Design und sukzessive neue Funktionen, wie beispielsweise die Tab-Vorschau, die Anfang 2017 mit dem Creators Update ausgeliefert wurde.

Bislang aber befindet sich der Edge-Browser in vielen Statistiken, zum Beispiel in dieser hier von Statista, hinter den meisten Konkurrenten. Apples Standard-Browser Safari etwa ist weit verbreiteter als Microsofts neuester Versuch auf dem Browser-Markt.

Chrome, Mozilla Firefox und Co: Googles Top-Produkt überholt die Konkurrenz

Für Microsofts Browser jedenfalls hat sich die neue Vielfalt nicht ausgezahlt. Die meisten Anwender schwören heute auf Produkte von Drittanbietern - darunter 'Opera' oder der daraus hervorgegangene Browser 'Vivaldi', der sich besonders durch seine vielen Individualisierungsmöglichkeiten hervortut. Als einer der Browser-Veteranen gehört auch die der Asche des gescheiterten Netscape Navigators entstiege Open-Source-Software Mozilla Firefox zu den beliebtesten Webbrowsern.

Nutzer des Firefox Browsers schätzen insbesondere die Vielfalt der verfügbaren Add-ons und den verhältnismäßig flotten Seitenaufbau. In Sachen Verbreitung aber kann keiner der genannten Vertreter Googles 'Chrome'-Browser das Wasser reichen. So werden weltweit etwa die Hälfte aller Webseiten mit dem Browser des Software-Giganten angesteuert – und das hat durchaus seine Gründe: Google Chrome bietet ähnlich viele Individualisierungsmöglichkeiten wie die Konkurrenz aus dem Hause Mozilla, liegt in Performance-Benchmarks regelmäßig vorn und bietet erweiterte Synchronisierungsmöglichkeiten mit anderen Google-Diensten.

Tor Browser macht unsichtbar und rettet Leben

Der 'Tor Browser' ist gewissermaßen ein Sonderfall unter den Webbrowsern. Denn mit dieser modifizierten Variante des Mozilla Firefox sind Nutzer, jedenfalls sofern sie sich nicht aktiv zu erkennen geben, vollkommen anonym im Internet unterwegs. Besonders für politisch Verfolgte oder Journalisten in repressiven Regimes kann dies überlebenswichtig sein. Möglich macht das zum einen das sogenannte 'Onion-Routing' des Tor-Netzwerks, also das Umleiten von Daten über mehrere Server, die jeweils nur die Identität ihres jeweiligen Vorgängers und Nachfolgers kennen.

Zum anderen sind im Tor Browser einige auch für den Mozilla Firefox erhältliche Datenschutz-Add-ons vorinstalliert, die die Sicherheit des Nutzers weiter erhöhen. All das geschieht jedoch zu Lasten der Performance. Der Seitenaufbau ist im Tor Browser spürbar träger als bei herkömmlichen Webbrowsern.

Browser-Vielfalt: Der Anwender im Vorteil

Auch wenn sich die populärsten Browser in ihren Grundzügen sicher ähneln: Es schadet nicht, sich mehrere der kostenlosen Programme auf dem Computer zu installieren und dann nach persönlichen Vorlieben und Interessen eine Auswahl zu treffen – denn im Detail gibt es eben doch Unterschiede: Wer auf pfeilschnelle Performance setzt, tendiert womöglich zu Google Chrome. Und wer seinen Browser gerne mit möglichst vielen Add-ons maximal an die eigenen Bedürfnisse anpasst oder Großkonzernen wie Google eher misstrauisch gegenübersteht, der surft womöglich lieber mit Mozilla Firefox oder Vivaldi. Und wer sich mit diesen Fragen so gar nicht beschäftigen möchte, für den liefern Microsoft und Apple mit Edge und Safari mittlerweile durchaus gangbare vorinstallierte Browser.

Sämtliche Hersteller buhlen derweil so emsig wie nie um die Gunst des Kunden, überbieten sich regelmäßig mit Performance-Verbesserungen und entwickeln immer neue Funktionen. Für den Nutzer ist die derzeitige Vielfalt auf dem Browser-Markt, auch trotz der momentanen Vormachtstellung von Google Chrome, jedenfalls denkbar vorteilhaft.

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