Alles zum Thema Dating

'Tinder', 'Lovoo', 'Jaumo' oder 'Badoo' – Dating-Apps haben Konjunktur, denn die Allgegenwärtigkeit des Internets hat auch das Online-Dating weit verbreitet und salonfähig gemacht. "Wir haben uns online kennengelernt" ist kein Grund mehr, in betretenes Schweigen zu verfallen, oder das Thema zu wechseln. Der Umsatz von Dating-Börsen ist seit 2003 entsprechend massiv in den dreistelligen Millionenbereich gestiegen. Grund genug, sich die Szene einmal genauer anzusehen.

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Social- und Adult-Dating, Partnervermittlung, Kontaktanzeige – was ist was?

Um zu verstehen, um was es bei den einzelnen Apps und Webseiten eigentlich geht, lohnt sich ein kurzer Überblick: Was verbirgt sich eigentlich hinter den vielen verschiedenen Begriffen in der Dating-Welt?

  1. Social-Dating schließt die Lücke zwischen Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ und reinen Dating-Anbietern wie 'Lovescout24' und 'Parship'. Hier geht es zwar auch um Dating, aber eben nicht nur. Es werden auch Freunde und Menschen mit ähnlichen Interessen gesucht. Trotzdem sind sie sehr beliebt für die Partnersuche, besonders in Ländern, die Dating-Plattformen verbieten. Hierzu zählen unter anderem auch Tinder und Badoo.
  2. Adult-Dating kommt direkt zur Sache: Wer hier aktiv ist, sucht keine feste Beziehung, sondern unkomplizierten Sex. Beim Matchmaking geht es darum in erster Linie um räumliche Aspekte, also wie nah ein potentieller 'Match' ist. Für einfachen Sex möchte scheinbar nicht jeder mehrere Stunden Autofahrt in Kauf nehmen.
  3. Partnervermittlungen sind die klassischen Singlebörsen, die den meisten von uns als erstes in den Kopf kommen, wenn das Wort "Online-Dating" fällt. Hier geht es um das finden eines passenden Partners für die eine große Liebe – zumindest, wenn man der Werbung glaubt. Für das Matchmaking von 'eDarling', 'ElitePartner' und Co. sind vor allem ähnliche Interessen in Beruf, Hobbys und Meinungen von Bedeutung.
  4. Kontaktanzeigen sind die "Alte Schule", die – früher noch das Novum – eine immer kleinere Rolle spielen. Nur noch wenige Frauen und Männer wenden sich auf der Suche nach ihrem Herzblatt an eine Zeitung.

Ein kleiner Überblick über den Umsatz der verschiedenen Marktsegmente zeigt schnell, welche Formen des Datings am beliebtesten sind: Mit 81,5 Millionen Euro liegen Partnerbörsen ganz klar vorne, gefolgt von Adult-Dating mit 46,9 Millionen Euro und Social-Dating auf dem dritten Platz mit 35,9 Millionen Euro Umsatz. Etwas abgeschlagen werden noch immer 24,1 Millionen Euro mit Kontaktanzeigen umgesetzt.

Mann und Frau in einer Bar beim Flirten

Viele Singles suchen mittlerweile online ihr Glück - die Chancen stehen gut!  

Quelle: (nd3000) Shutterstock.com

Mann und Frau in einer Bar beim Flirten

Viele Singles suchen mittlerweile online ihr Glück - die Chancen stehen gut!  

Quelle: (nd3000) Shutterstock.com

Dating-Apps: Smartphones im Zeichen der Herzen

Der Markt für Dating-Apps ist alles andere als gesättigt, eher überschaubar. Und doch hat er viele Nutzer. Wie sie sich aufteilen, mag jedoch den einen oder anderen überraschen. Marktführer ist auf dem Smartphone nämlich Lovoo, ein deutsches Unternehmen, das jetzt in US-amerikanischer Hand ist. Tinder folgt erst auf Platz 2. Die einzige App deutscher Herkunft heißt FriendScout24 und liegt auf Platz 3. Diese Apps sind in den meisten Fällen sehr einfach aufgebaut, bieten die Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen und Angaben für das Matchmaking zu machen. Meist werden Vorschläge dann über die räumliche Entfernung eingegrenzt und man kann die Bilder der möglichen Herzblätter durchscrollen – gefällt's steht dem Flirtchat nichts mehr im Weg. Installieren lassen sich die Apps kostenlos, für Premiumfunktionen werden allerdings Monatsgebühren fällig. Zu jenen Premiumfunktionen gehören Dinge wie die Möglichkeit, interessante Profile zu speichern, zu sehen, wer einen gelikt hat und eine werbefreie Oberfläche.

Das Geschäft mit den Fake-Profilen

Lovoo Match

Lovoo geriet ins Visier von Fahndern: Betrug mit Fake-Profilen  

Quelle: (Screenshot) 

Lovoo Match

Lovoo geriet ins Visier von Fahndern: Betrug mit Fake-Profilen  

Quelle: (Screenshot) 

Werbung wird oft nachgesagt, dass sie lügt. Einigt man sich darauf, dass sie zumindest gerne mal übertreibt, ist sich wahrscheinlich jeder einig. Dating-Anbieter sind da natürlich keine Ausnahme: Dass es viele Fake-Profile gibt, die mit aus dem Netz zusammengeklauten, extrem attraktiven Bildern um die zumeist männlichen Nutzer buhlen, ist längst kein Geheimnis mehr. Erst 2016 wurden die Büros des Lovoo-Betreibers in Berlin, Nürnberg und Dresden von 200 Beamten des Landeskriminalamts durchsucht und Beweise beschlagnahmt. Der Vorwurf: Gewerbsmäßiger Betrug. Die beiden Gründer und Geschäftsführer wurden verhaftet, später bei einem Vergleich 1,2 Millionen Euro gezahlt. Dabei handelt es sich um nur einen von vielen Fällen, wo das offene Geheimnis Konsequenzen hatte. Auch der US-Anbieter 'Ashley Madison' ist so ein aufgeflogener Fall. Hier haben Hacker 2015 die gesamte Datenbank der Firma gehackt und herausgefunden, dass unglaubliche 90-95 Prozent aller weiblichen Nutzerprofile gefälscht waren. Um die Zahlen in eine Perspektive zu bringen: Zu Hochzeiten buhlten ganze 35 Millionen amerikanische Männer um die programmierten Frauen-Bots. Ein teures Trauerspiel.

5 Tipps für erfolgreiches App-Dating

Damit es auch klappt mit der neuen Dating-App auf dem Smartphone, gibt es einige generelle Tipps, die man im Hinterkopf behalten sollte. Hier sind die fünf wichtigsten für euren Erfolg beim Online-Flirt.

  1. Der Nickname ist das erste, was potentielle Partner sehen, darum sollte er sorgfältig ausgewählt werden. Eine gute Frage, die man sich stellen kann, ist: Wie möchte ich wahrgenommen werden? Suche ich etwas Seriöses oder nur einen kurzen Flirt? Prinzessin88 sagt eben etwas anderes aus als Snoopy oder Helmut.
  2. Das Profil sollte möglichst der Wahrheit entsprechen. Mit Photoshop verschönerte Bilder sehen vielleicht schick aus, können aber für Enttäuschung beim echten Date sorgen. Das Profil sollte nur Informationen enthalten, die auch eingehalten werden können, denn nicht vergessen: Ziel ist es ja, sich persönlich zu treffen.
  3. Chatten ist toll! Wir sind weniger verlegen, entspannter, weil wir uns nicht beobachtet fühlen und uns nicht fragen müssen, wo wir unsere Hände am besten lassen, um nicht verklemmt zu wirken. Aber: Textkommunikation fehlt die Körpersprache und der Subtext. Missverständliche Aussagen oder Zynismus und Ironie sollten erst einmal außen vor bleiben.
  4. Kurz halten lautet das Gebot der Stunde, auch wenn das Smartphone heiß läuft. Ein vierseitiger Textblock ist auf einem 5-Zoll-Bildschirm nicht nur anstrengend zu lesen, sondern könnte auch zu dem Eindruck verleiten, man sei eine Labertasche. Ähnlich verhält es sich mit Smileys. Sie sind eine hilfreiches Tool, um Emotionen zu vermitteln, sollten aber sparsam eingesetzt werden, um nicht als kindlich oder affektiert abgestempelt zu werden.
  5. Das erste Date sollte nicht in den eigenen vier Wänden stattfinden. Ein neutraler Ort gibt die Möglichkeit, nicht gleich das gesamte Privatleben offenlegen zu müssen und sich voll auf das Gespräch zu konzentrieren. Außerdem gilt: Die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, um potentiellen Partnern eine Chance zu geben.

Online-Dating – ein Flirt mit Zukunft?

Es wird davon ausgegangen, dass der weltweite Umsatz mit Dating Services in den nächsten fünf Jahren etwa 25 Prozent zunehmen wird. 'Casual Dating', also zum Beispiel im Club oder Sportverein, wird dagegen auf demselben Level stagnieren. Das könnte daran liegen, dass die Usability der erfolgreichsten Dating-Apps immer stark an den Zeitgeist angepasst ist. Mittlerweile ist es schon so, dass man für ein erstes Date nicht erst hunderte Profile bis ins Detail durchforsten muss, sondern ähnlich wie in einem Katalog Bilder durchblättert. So auch bei Tinder, das momentan am stärksten wächst und die Flirtgewohnheiten an amerikanischen Unis direkt in die Onlinewelt überträgt. Es soll schnell gehen und einfach sein – ob das der richtige Weg ist, um den Partner fürs Leben zu finden, sei dahingestellt, beliebt ist er allemal. Fakt ist aber auch: Der Markt ist so vielfältig, wie die chatbegeisterten Singles zwischen Berlin und München, es ist also für jeden etwas dabei!

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